Schätze der Kelten  werden ausgestellt. (Foto: SWR, Markus Beschorner)

Archäologische Entdeckungen zwischen Neckar und Alb "Steinzeitdorf und Keltengold" - Ausstellung im Tübinger Schloss

Es ist eine kleine aber sehenswerte Schau. Die Wanderausstellung "Steinzeitdorf und Keltengold" wird im Museum der Uni auf dem Schloss Hohentübingen gezeigt. Zu sehen sind Funde aus zwei Epochen der Siedlungsgeschichte zwischen Neckar und Alb.

2014 haben Tübinger Archäologen im Käsbachtal bei Pfäffingen Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung entdeckt. Rund 20 Langhäuser haben im 6. Jahrtausend vor Christus dort gestanden. Gelebt haben dort die ersten Acker- und Viehbauern in Süddeutschland. Durch die Keramik und andere Funde aus den Abfallgruben können die Wissenschaftler zeigen, wie sich die ersten sesshaften Bauern vom vorderen Orient aus, über den Balkan Richtung Mitteleuropa ausgebreitet haben.

Tiere mitgebracht

Und die Siedler aus dem Süden haben nicht, wie einst angenommen, die hier lebenden wilden Tiere wie Auerochsen oder Wildschweine zu Nutztieren domestiziert. Heute geht man davon aus, dass sie ihre Tiere mitgebracht haben, so Archäologe Raiko Kraus. Während in der Jungsteinzeit die Siedler aus dem Süden kamen, haben sich über 5.000 Jahre später die Kelten aus unseren Breitengraden in Richtung Süden ausgebreitet. Das zeigen Goldfunde und Korallenschmuck, der in drei Gräbern von wohlhabenden keltischen Frauen gefunden wurde.

Gäste in der Ausstellung "Kelten Gold" (Foto: SWR, Markus Beschorner)
Gäste in der Ausstellung "Kelten Gold" Markus Beschorner

Alle Funde sind jetzt im Original in Tübingen zu sehen. Der Goldschmuck aus dem erst 2015 entdeckten Grab der "Dame vom Hegelsberg" bei Kirchheim/Teck (Kreis Esslingen) ist dabei was ganz Besonderes, sagt Jörg Bofinger vom Landesdenkmalamt.

Die Wanderausstellung "Steinzeitdorf und Keltengold" ist noch bis zum 28. April im Museum der Uni Tübingen auf dem Schloss zu sehen. Ab Mai werden die Funde dann im Keltenmuseum der Heuneburg in Herbertingen gezeigt.

STAND