Historische Luftaufnahme von Bisingen (Foto: Landesamt für Geoinformation)

Archäologen finden Reste einer Barracke Suche nach dem ehemaligen KZ in Bisingen

Über das KZ-Außenlager in Bisingen (Zollernalbkreis) ist im wahrsten Sinn des Wortes Gras gewachsen. Bis Luftbilder zeigten, dass im Boden noch bauliche Reste liegen. Die werden jetzt freigelegt.

Die archäologische Grabung auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers in Bisingen ist erfolgreich. Das sagten die Ausgräber des Landesdenkmalamtes dem SWR. Sie stießen auf die Reste der Waschbarracke. Auch Rohre liegen noch im Boden.

Die Grabungen sind landesweit die ersten zur Erforschung von Konzentrationslagern aus der Zeit des Nationalsozialismus. In Bisingen war bisher von dem Lager nichts mehr zu sehen. Man wusste, wo es 1944/45 stand, aber das Gebiet ist eine unscheinbare Grünfläche. Bis das Landesdenkmalamt vor Kurzem Luftbilder der Alliierten von 1944 mit der Wiese heute verglich.

geschmolzenes Glas, gefunden bei der Grabung (Foto: SWR, Bertram Schwarz)
Geschmolzenes Glas, gefunden bei der Grabung. Ein Hinweis auf die Bombardierung Bisingens im November 1944, so die Archäologen. Bertram Schwarz

Die Wissenschaftler untersuchten den Boden anschließend geophysikalisch. Jetzt graben sie auf und stießen sowohl auf die erwarteten Fundamente der Waschbarracke als auch auf intakte Rohre. In den nächsten Wochen werden weitere vermutete Gebäudereste stichprobenartig ausgegraben.

Lagerhäftlinge sollten Öl gewinnen

Im KZ Bisingen waren im Winter 1944/45 etwa 3.000 Häftlinge eingesperrt, über 1.100 starben dort bis Kriegsende. Das Lager war eine von mehreren Außenstellen des KZs Natzweiler entlang des Albtraufs. Die Nazis wollten aus dem dort vorkommenden Schiefer Öl gewinnen. In Bisingen erinnert ein KZ-Friedhof am Rande des Dorfs an die Opfer, die aus verschiedenen Ländern kamen.

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