Falschmeldung in Umlauf gebracht Nach angeblichem Mord durch Clown bei Pfullingen: Mann meldet sich bei Polizei

Über eine Internetseite für Witze wurde diese Woche verbreitet, ein als Clown Verkleideter habe bei Pfullingen eine Frau ermordet. Mittlerweile hat sich der Urheber dieser Falschmeldung bei der Polizei gemeldet.

Falschmeldung über einen Mord bei Pfullingen (Foto: SWR)
Die Polizei warnt vor dieser Falschmeldung.

"Aufgeschreckt durch die Tragweite seines Posts", teilte die Polizei Reutlingen am Freitag mit, habe sich der 22-Jährige aus einer Reutlinger Kreisgemeinde am Donnerstag bei der Polizei Pfullingen gemeldet. Er habe die Falschmeldung, die vor allem in sozialen Medien kursierte, frei erfunden. Den Post habe er bereits vor Jahren verfasst. Ihm sei nicht bewusst gewesen, so die Polizei, dass die Meldung öffentlich werden und für solchen Wirbel sorgen könnte.

Laut der Falschmeldung soll eine Frau angeblich von einer als Clown verkleideten Person in einem Waldstück bei Pfullingen (Kreis Reutlingen) angegriffen worden sein. Zudem wird unter falscher Berufung auf die Polizei berichtet, dass der Angreifer einer "Clownssekte" aus dem Raum Reutlingen angehöre.

"Unverantwortliche" Fake News

Die Polizei bezeichnete die Meldung als "unverantwortlich". Sie wurde auf einer Internetseite für selbst kreierte Witze erstellt und wird offenbar rege geteilt. Alles sei frei erfunden und entbehre jeglicher Grundlage. Weder gebe es die geschilderte Straftat, noch Erkenntnisse über die genannte Sekte. Die Bevölkerung könne darauf vertrauen, dass die Polizei über eine derart schwere Straftat von sich aus sachlich und fundiert berichten würde.

In der Falschmeldung wird ferner behauptet, dass eine weitere Straftat bevorstehen könnte. Deswegen werde geprüft, ob der Inhalt strafrechtlich relevant sein könnte. Die Polizei warnt davor, die Falschmeldung zu teilen oder weiter zu verbreiten.

Webseite einschlägig bekannt

Inzwischen ist die Meldung wieder von der Webseite verschwunden (Stand 10. Oktober, 18:30 Uhr). Die Internet-Witzeseite ist einschlägig bekannt für die Verbreitung von Falschinformationen. So wurde über sie bereits der Tod von Mario Barth verbreitet, die Verhaftung von mehr als einem Dutzend IS-Terroristen in Braunschweig und dass Donald Trump Veganer sei - alles frei erfunden.

Auch regional gibt es regelmäßig schockierende Falschmeldungen, so stand Anfang 2018 beispielsweise auf der Seite, dass bei Schorndorf eine 15-Jährige vergewaltigt worden sei. Zu diesen Falschmeldungen kommt es immer wieder, obwohl die Seite als Disclaimer vor dem Upload folgenden Hinweis stehen hat: "Die Verfasser von Witz, die Terrorakte verherrlichen oder die öffentliche Ordnung beeinträchtigen, setzen sich einer strafrechtlichen Verfolgung aus."

Auch das Phänomen "Horror-Clown" kommt immer wieder

Außerdem lädt sie über eine entsprechende Funktion quasi zur unrechtmäßigen Nutzung von Fotos aus dem Internet ein, da man direkt über Google passende Fotos zu seinem "Witz" suchen und auf die Seite laden kann. Die Webseite ist Teil einer weltweit tätigen Agentur, die ihren Sitz in Belgien hat. Für fast jedes Land gibt es solch ein Portal. Ein Impressum und eine Datenschutzerklärung im Sinne der europäischen Datenschutzgrundverordnung enthalten sie jedoch nicht. Meldungen mit Horror-Clowns gab es auf dem selbsterklärten Witze-Generator 2016 übrigens zuhauf - da war diese seltsame Form des Erschreckens gerade sehr angesagt.

STAND