Forschungszentrum im Cyber-Valley geplant Amazon stellt Pläne für Tübingen vor

Der Internet-Konzern Amazon will im Cyber-Valley-Verbund der Universität Tübingen mitforschen an Künstlicher Intelligenz. Der Verbund soll eine Ethik-Kommission bekommen.

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Auf einer Grundfläche von 36 x 36 Metern will Amazon ein mehrstöckiges Gebäude bauen. Im Erdgeschoss sind ein Café und öffentliche Veranstaltungsräume geplant. In den Stockwerken darüber sollen rund 100 Menschen zu Künstlicher Intelligenz forschen. Unter anderem soll dort die künstliche Assistentin Alexa weiter entwickelt werden. Da Amazon nur am Hauptsitz in Seattle Gebäude kauft und baut, so der Leiter der Tübinger Vorab-Niederlassung, Michael Hirsch, wird ein Ravensburger Bauträger den Kauf und Bau des Geländes übernehmen.

Ethik-Kodex zur Digitalisierung geplant

Der Tübinger Gemeinderat will das Gelände allerdings nur verkaufen, wenn sich der Forschungsverbund Cyber-Valley einen Ethik-Kodex gibt. Deshalb informierte sich der Tübinger Gemeinderat am Mittwoch im Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (MPI). Dabei versprach der Rektor der Universität, Bernd Engler, die Gründung einer Ethik-Kommission gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium und anderen Partnern. Sie soll die Forschung am Cyber Valley überprüfen. Der Cyber-Valley-Forschungsverbund werde sich intensiv mit den ethischen Fragen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzen. Wissenschaftler von Universität und MPI, die sich schon jetzt mit ethischen und gesellschaftlichen Fragen der Digitalisierung beschäftigen, will Engler in einem Zentrum bündeln.

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Proteste gegen Cyber-Valley

Gegen den Forschungsverbund Cyber-Valley gab es Proteste. Vor Weihnachten hatten Gegner an der Universität Tübingen mehrere Wochen lang einen Hörsaal besetzt. Die Kritiker protestierten damit gegen das Forschungsprojekt, das aus ihrer Sicht zu kommerziell ausgerichtet sei und für militärische Zwecke missbraucht werden könnte. Auch die Zusammenarbeit mit dem Internetkonzern Amazon kritisierten die Gegner. Ausserdem forderten sie mehr Transparenz der Forschungsergebnisse.

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