Warteschlange an der Kasse der Kunsthalle Tübingen (Foto: SWR, Bertram Schwarz)

Ausstellung in Tübingen geht zu Ende Endlich wieder Warteschlangen vor der Kunsthalle

Skulpturen, die lebensecht aussehen: "Almost Alive" heißt eine Schau, die Besucher auch von weither nach Tübingen lockt. Ein Erfolg, den es lange nicht mehr gab.

Vor der Kasse der Tübinger Kunsthalle drängen sich die Besucher fast schon. Bis man dran kommt, kann man ein Foto auf der Theke anschauen. Es zeigt die Kunsthallen-Direktorin Nicole Fritz mit dem 20.000sten Besucher. Das war Ende September, und dieser Tage wolle man die 30.000 erreichen, steht stolz unter dem Bild.

Extrem realistisch

Bei den Figuren sind die Haare echte Haare, sogar die ganz feinen an den Beinen. Aktuelle Hyperrealisten wie Sam Jings arbeiten mit Silikonguss anhand von Tonmodellen. Mit klassischer Ölmalerei treffen sie die Hauttöne auf frappierende Weise. Auch die Kleidung ist besonders alltagsnah.

eine hyperrealistische Skulptur liegt auf dem Boden (Foto: SWR, Andrea Schuster)
Das Riesenbaby von Ron Mueck trägt den Titel "A Girl", 2006 Andrea Schuster

Figur wird mit Besucherin verwechselt

Sarah Dengler, die durch die Ausstellung führt, beobachtet immer wieder Besucher, die hinter einer Frau anstehen. Die steht an der Wand, die Hände seitlich am Gesicht, und scheint in ein Guckloch in der Wand zu schauen. Weil sie so echt aussieht, könnten viele nicht sofort erkennen, dass das keine Frau, sondern eines der Kunstobjekte sei, eines von Daniel Firman.

Riesenbaby braucht einen ganzen Raum

Einer der Kunsthallensäle ist als Filmvorführraum hergerichtet. Man kann beobachten, wie der Australier Ron Mueck sein mehrere Meter großes Neugeborenes aus Silikon und Acryl schafft. Die Figur liegt im Saal ganz oben. Richtig gruseln geht auch: In einem Eck liegt eine Frau mit Gesicht auf dem Boden, sie scheint zu atmen. Gregor Schneider schuf sie. Bis einschließlich Sonntag, den 21.10. kann man die fast lebendigen Skulpturen, die "Almost Alive" erscheinen, in der Tübinger Kunsthalle sehen.

STAND