Aktionswoche plastikfreier leben (Foto: SWR)

Aktionswoche in Tübingen Plastikfreier leben

Einwegbecher, Plastikwindeln oder Tetrapacks - Verpackungen aus Plastik sind beliebt, aber auch ein Müllproblem. Eine Aktionswoche in Tübingen will das Bewusstsein dafür schärfen.

Der Gelbe Sack ist in Deutschland beliebt. Doch er ist Teil des Müllproblems, sagt Janinne Tischler: "Hier denken alle, man führt Plastik ja einem Kreislauf zu und recycled alles." Doch dem sei nicht so, meint die Mitorganisatorin der Tübinger Aktionswoche "Plastikfreier leben". Nur ein Teil werde recycled. Der Rest werde verbrannt.

Alternativen aufzeigen

Besser wäre es, auf Plastik ganz zu verzichten, so Tischler, oder Alternativen zu wählen: etwa waschbare Stoffwindeln statt Plastikwindeln oder Pfandflaschen statt Tetrapacks. Beispiele gibt es genug. Sie waren bei der Auftaktveranstaltung auf dem Tübinger Marktplatz zu sehen.

Roggenmehl statt Shampoo

An einem Stand wurde gezeigt, wie man Zahnpasta oder Spülmittel selber machen kann - ohne Plastikverpackung. Einige Studenten des Tübinger Leibnizkollegs sind seit zwei Wochen im Selbstversuch. "Roggenvollkornmehl kann man sich zum Beispiel in die Haare schmieren und das entfettet hervorragend", sagt Till Heinze vom Leibnitz-Kolleg. Das Mehl könne man direkt beim Müller oder Bauern holen. Somit spare man Plastikverpackungen, so Heinze.

Microplastik oft nicht sichtbar

Doch nicht nur Verpackungen bestehen aus Plastik, erzählt Barbara Lupp vom BUND. In vielen Hygiene- und Kosmetikprodukten würden Hersteller Mikroplastik verwenden. Das finde sich in unseren Flüssen wieder. "Der Neckar hat schon jetzt eine ziemlich hohe Grundlast mit Plastik", sagt die Umweltschützerin.

Als Nahrung verwechseln

Viele Tiere würden daran sterben. Lupp rät den Konsumenten, so oft es geht auf Plastik zu verzichten. Ganz ohne gehe es nicht, so die Veranstalter der Tübinger Aktionswoche, aber man könne das Bewusstsein schärfen.

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