Aktion am Wanderweg Bürgerinitiative gegen die Reutlinger Dietweg-Trasse

Von Stuttgart auf die Alb - für Reutlingen ist das ein Topthema. Denn viele Autos fahren durch die Stadt und verpesten die Luft, trotz Tunnel. Die weitere Straßenplanung ist umstritten.

Wie wenig andere Städte in Deutschland hat Reutlingens Innenstadt miserable Luftwerte. Seit der Scheibengipfeltunnel offen ist, wird zwar ein Teil des Verkehrs aus der Stadt herausgehalten, aber wer von Stuttgart und der B27 kommt und nach Lichtenstein will, muss immer noch ein Stück weit durch die Stadt. Um das zu verbessern, gibt es Pläne für einen Lückenschluss zwischen dem B27-Zubringer und dem Tunnel: die Dietweg-Trasse. Gegen sie wird protestiert.

Bürgerinitiative "Keine Dietwegtrasse" (Foto: SWR, Constantin Pläcking)
Plakate der Bürgerinitiative "Keine Dietwegtrasse" zeigen, wo die Straße gebaut werden soll Constantin Pläcking

Noch mehr Verkehr, noch mehr Autoabgase

Am Ostermontag infomierte die Bürgerinitiative an einem beliebten Rad- und Wanderweg über die Trasse und diskutierte mit Passanten. Edith Willmann kritisierte, dass die Straße ein Naherholgungsgebiet im Reutlinger Norden durchschneiden würde. Obwohl an dieser Stelle ein Tunnel vorgesehen ist, bedeute das eine Verschlechterung der Luftqualität vor allem in den Stadtteilen Orschel-Hagen und Sondelfingen, sagte die BI-Vertreterin dem SWR.

Straße wird bereits finanziert und geplant

Andere halten die Umgehungsstraße für sinnvoll. Ein Anwohner sagte: "Jeder möchte ein Auto, keiner den Verkehr". Das gehe eben nicht. Ein Tunnel lasse schließlich zu, dass die Fläche weiter genutzt werden kann. Die Bürgerinitiative will aber generell mehr Verkehr verhindern. Stattdessen brauche man eine Verkehrswende mit besser ausgebauten Radwegen und mehr ÖPNV.

Ob man die Straße überhaupt noch verhindern kann, ist allerdings nicht klar. Sie ist im sogenannten vordinglichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes. Das bedeutet: Der Bund hat grünes Licht gegeben, das Geld ist bewilligt und das Regierungspräsidium plant bereits.

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