Symbolbild: Drohnenshow in China (Foto: imago images, IMAGO / Xinhua)

Jahreswechsel 2021/2022

Trotz Verboten: Das kann man an Silvester in Baden-Württemberg erleben

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In der Corona-Pandemie heißt die Frage zum Jahreswechsel nicht: Was machen wir an Silvester? Sie heißt: Was dürfen wir? BW-Regeln und Events an Silvester 2021/2022 im Überblick.

Die Corona-Pandemie prägt auch den Wechsel ins Jahr 2022. Große Feiern, Silvestershows auf öffentlichen Plätzen und gemeinsam Raketen und Böller zünden - all das wird es auch am 31. Dezember 2021 nicht geben. Was im zweiten Corona-Jahr mit der neuen Normalität an Silvester möglich ist, gibt es hier zusammengefasst:

Corona-Regeln für Silvester

Bei Silvesterpartys dürfen sich laut aktueller Corona-Verordnung von Baden-Württemberg in Innenräumen und in der Gastronomie höchstens zehn Personen treffen, wenn sie geimpft oder genesen sind. Sobald eine ungeimpfte Person dabei ist, gilt: ein Haushalt plus zwei weitere Personen. Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen in beiden Fällen nicht mit.

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Im Freien können bis zu 50 Geimpfte oder Genesene feiern, allerdings haben zahlreiche Kommunen für Silvester ein sogenanntes Ansammlungsverbot verhängt, dann dürfen sich auf öffentlichen Plätzen nicht mehr als zehn Leute treffen. Dort ist dann auch das Zünden von Feuerwerk oder Böllern verboten. Wenn überhaupt, dürfen alte Böller auf nicht öffentlichen Plätzen gezündet werden. Aber auch nicht überall: Die Stadt Wertheim (Main-Tauber-Kreis) etwa weist vorsorglich darauf hin, dass Feuerwerk in "unmittelbare Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Altersheimen sowie Fachwerkhäusern" verboten ist. In Mannheim verbietet die Stadt mit einer Allgemeinverfügung zwischen Silvester 15 und Neujahr 9 Uhr Alkohol, Feuerwerk und Menschenansammlungen rund um beliebte Orte wie den Wasserturm oder die Kurpfalzbrücke. Auch in Karlsruhe gibt es eine solche Allgemeinverfügung. Welche Regelungen auf öffentlichen Plätzen konkret gelten, kann man in der Regel auf den Internetseiten der betreffenden Städte nachlesen.

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Wie schon 2020 gilt deutschlandweit ein Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper und Böller. Im letzten Jahr führte das beispielsweise in Heilbronn zu sieben bis zehn Tonnen weniger Müll zum Jahreswechsel, wie eine Sprecherin der Stadt dem SWR berichtet hat.

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Wer Pyrotechnik im Ausland kauft, trägt ein Risiko. Denn ausländische Pyrotechnik entspricht möglicherweise nicht den gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland. Kommt jemand beim Zünden der ausländischen Feuerwerkskörper oder Böller zu Schaden, drohen harte Geld- oder sogar Haftstrafen. Entspricht die Ware den deutschen Bestimmungen, darf sie aber eingeführt werden.

Spätere Sperrstunde in der Gastronomie an Silvester

In der Gastronomie beginnt die Sperrstunde an Silvester nicht schon um 22:30 Uhr, sondern erst um 1 Uhr, solange darf dort mit den geltenden Kontaktbeschränkungen der Beginn des neuen Jahres gefeiert werden.

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Auch Theater, Konzerte oder Veranstaltungen können besucht werden, allerdings darf der Saal höchstens zur Hälfte oder mit maximal 500 Personen gefüllt werden. Für Veranstaltungen, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie gibt es in der geltenden "Alarmstufe II" Zutritt nur mit 2G-Plus, also nur für Geimpfte oder Genesene mit tagesaktuellem negativem Corona-Test. Ausgenommen von der Testpflicht sind Menschen mit Drittimpfung und alle, deren Zweitimpfung höchstens drei Monaten zurückliegt.

Für den Aufenthalt in Hotels oder Ferienwohnungen gilt in Baden-Württemberg die 2G-Regel, übernachten können alle, die geimpft oder genesen sind.   

Wenige Alternativen zum Feuerwerk

Wo in Baden-Württemberg wird zu Silvester 2020/2021 trotz Corona eine außergewöhnliche Feier geboten? In Pforzheim zum Beispiel. Hier sollen auch in diesem Jahr Drohnen, die in Formation über den Nachthimmel fliegen, Feuerwerksfans zumindest ein wenig Trost verschaffen. Im Allgäu wird das Jahr 2022 mit läutenden Kuhglocken begrüßt.

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Ein ungewöhnlich ruhiges Silvester?

Können Polizei und Rettungskräfte wegen all der Regeln also mit einem ungewöhnlich ruhigen Jahreswechsel rechnen? Der Deutsche Feuerwehrverband geht von deutlich weniger Notfällen aus. Der Grund: Feuerwerks- und Böllerverbot. Das sei "sehr hilfreich für die Arbeit der Feuerwehr", da es - wie die Erfahrung aus dem Vorjahr zeige - zu einer erheblichen Entlastung bei den Einsatzzahlen führen werde, sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

"Die Zahl der Unfälle und Verletzungen durch Böller dürfte auch diesmal deutlich geringer ausfallen als in regulären Jahren."

Das entlaste die Kliniken, die mit der großen Zahl an Covid-19-Patientinnen und -Patienten ohnehin stark belastet sind. Abseits von Feuerwerks- und Böllerverbot dürften Polizei- und Rettungskräfte trotz kommunalen Ansammlungsverboten genug zu tun haben. Gerade auch damit, diese und andere Corona-Regelungen durchzusetzen. Angesichts zahlreicher Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte hatte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) zuletzt fehlenden Respekt bei "einigen Irrgläubigen" beklagt. Polizei- und auch Rettungskräfte seien zwar allgemein hoch angesehen, doch:

"Ich kann und will nicht akzeptieren, dass auf Demonstrationen und Versammlungen gerade die attackiert werden, die oft buchstäblich ihren Kopf für unsere Sicherheit und unsere Freiheit hinhalten."

An vielen Orten in Baden-Württemberg kam es bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen zu Attacken auf Einsatzkräfte. In Ravensburg etwa beklagte die Polizei eine "aggressive Stimmung" unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Im gesamten Jahr 2020 wurden laut Kriminalstatistik des Innenministeriums in Baden-Württemberg 5.151 Übergriffe auf Polizistinnen und Polizisten registriert. Das sind knapp 760 mehr als noch 2016. In den vergangenen Jahren hatten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste gerade auch zu Silvester und Neujahr Angriffe beklagt.

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Wie bereitet sich die Polizei auf Silvester vor?

Der Leiter des Polizeireviers Freiburg-Nord, Ulrich Hildebrand, hat mit dem SWR darüber gesprochen, wie sich Polizei- und Rettungskräfte auf den Jahreswechsel vorbereiten. Er räumt ein, dass es selbst für die Polizei schwierig sei, festzustellen und auseinanderzuhalten, welche Regelung tagesaktuell gelte.

"Insofern werden wir logischerweise mit viel Fingerspitzengefühl agieren und dort, wo wir auf Vernunft treffen, es dann auch bei Beratung und Ermahnung bewenden lassen."

Allerdings habe man auch die rechtlichen Werkzeuge, "um bei Uneinsichtigkeit" Veranstaltungen aufzulösen und Bußgelder zu verhängen. Die beginnen bei 75 Euro, nach oben sei der Bußgeldrahmen aber "sehr weit offen", sagte Hildebrand dem SWR. So könnten etwa Veranstalter mit Strafen "im vier oder fünfstelligen Bereich" rechnen, sollten sie gegen die Corona-Verordnung verstoßen.

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