Menschen gehen mit ihren Hunden an der Dreisam nahe Teningen spazieren während der Fluss nur sehr wenig Wasser führt.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Landwirtschaft und Natur leiden

Diese Auswirkungen hat die Trockenheit auf das Leben in BW

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In Baden-Württemberg ist weiterhin kein Regen in Sicht. Die Folgen: niedrige Wasserstände, Landwirtschaft und Natur leiden. Wie sieht die Zukunft im Land aus - und was kann getan werden?

Die Wasserstände in Flüssen und Seen in Baden-Württemberg sinken immer weiter, der Boden ist ohnehin schon trocken und die Natur leidet - in vielen Teilen des Landes fehlt seit Wochen ein flächendeckender Regen.

Ein SWR Extra vom Montag (8. August) hat sich damit beschäftigt, was in Zukunft getan werden kann und muss:

Sommer bleibt vorerst heiß und trocken

Laut SWR-Wetterexperte Gernot Schütz können die Menschen im Land auch weiterhin nicht mit Regen rechnen. Mindestens bis Freitag bleibe es trocken, so Schütz. Ganz aktuell ist dafür das Hoch "Oscar" verantwortlich.

Dass es diesen Sommer aber überwiegend heiß war, liege an einer festgefahrenen Wetterlage. "Es gibt diese stabilen Hochdruckgebiete, mit heißer Luft aus Süden oder Südwesten." Bei so einer Wetterlage gebe es zwar auch Kaltfronten, die Schauer und Gewitter bringen. "Sie bringen aber eben nicht flächendeckenden Regen", erklärt Schütz. Danach baue sich wieder das nächste Hoch auf. "Diesen Ablauf haben wir im Prinzip seit Juni."

Auch ARD-Wetterexpertin Claudia Kleinert ist sich sicher, dass die festgefahrene Wetterlage Grund für die dauerhafte Trockenheit ist. Im Interview erklärt sie, wie so eine Wetterlage funktioniert:

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Dürre und Hitze in Zukunft eher Regel als Ausnahme

Wie sich das Wetter in den kommenden Wochen weiter entwickeln werde, sei schwer vorauszusagen. "Wenn wir Glück haben, könnte es aber der Monatsmitte tatsächlich mal wechselhafter werden", sagte Schütz im Gespräch mit dem SWR.

Klar ist: Die dauerhafte Dürre der vergangenen Jahre hat laut Schütz Auswirkungen auf den Grundwasserpegel. Daran habe auch der vergangene Sommer samt Starkregenereignissen nichts ändern können. "Wenn so eine Trockenheit in den tiefen Böden drinsteckt, ist das schwer wieder auszumerzen."

Wasserpegel in vielen Gewässern in BW so niedrig wie nie

Wegen der anhaltenden Trockenheit schrumpfen auch die Flüsse und Seen in Baden-Württemberg. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) spricht von einer "außergewöhnlichen Niedrigwassersituation im Land". Bei rund 80 Prozent der Pegel im Land werde ein sogenanntes mittleres Niedrigwasser gemessen. Das bedeutet, dass die Wasserstände überwiegend unterhalb des niedrigsten Wasserstandes in einem durchschnittlichen Jahr liegen.

Bestes Beispiel: der Bodensee. Bei Konstanz liegt der Pegel 90 Zentimeter unter dem Wert, der für die Jahreszeit üblich ist. Am Montag lag der Wasserstand am Pegel Konstanz bei 316 Zentimetern. Weniger waren es an einem 8. August zuletzt im Jahr 2003, so die LUBW. Der Wasserstand soll in den kommenden Tagen laut dem Portal bodensee.net weiter sinken.

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Auch im Rhein ist der Pegelstand sehr niedrig: Am Montag war er auf 126 Zentimeter gesunken. Mitte Juli waren es noch 160 Zentimeter. Damit könnte bald der Schiffsverkehr in Gefahr sein - denn bei Niedrigwasser können die Binnen- und Tourismusschiffe ab einem gewissen Punkt nicht mehr fahren. Vor allem Binnenschiffe haben laut einem SWR-Bericht mit dem Niedrigwasser zu kämpfen. 

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Einige Kreise in BW verbieten Wasserentnahme

Immer mehr Kreise ziehen deshalb die Notbremse und schränken die Wasserentnahme ein oder verbieten sie gleich ganz. Der Bodenseekreis verlängerte das Verbot bis vorerst 4. September, auch im Landkreis Reutlingen darf bis zum 15. September kein Wasser mehr aus Seen, Bächen und Flüssen entnommen werden.

"Eine weitere Abnahme der Wasserführung kann die Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigen", teilte das Landratsamt am Montag mit. Durch den geringen Wasserstand wüchsen die Algen schneller, die Gewässer könnten sich nicht selbst reinigen und die Schadstoffe nähmen zu. Auch die Kreise Calw, Heilbronn und der Rhein-Neckar-Kreis haben die Wasserentnahme eingeschränkt oder ganz verboten.

Trotzdem gibt es Menschen, die Wasser aus öffentlichen Brunnen entwenden, um den eigenen Pool zu befüllen oder den Garten zu gießen. So zum Beispiel in der Stadt Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis):

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Landwirtschaft kämpft mit Trockenheit

Die Trockenheit macht auch den Landwirtinnen und Landwirten zu schaffen. Ihre Felder vertrocknen - mit viel Aufwand müssen sie diese bewässern. Landwirtinnen und Landwirte rund um Mannheim sehen laut einem SWR-Bericht ihre Maisernte in Gefahr. Viele Pflanzen konnten sich wegen der Trockenheit nicht richtig entwickeln.

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Wasserversorgung trotzdem durch Bodensee sicher

Trotz allem spendet der Bodensee weiterhin mehr als genug Trinkwasser. Mit 11,5 Milliarden Kubikmetern fließe hundertmal mehr Wasser in den See als die Bodensee-Wasserversorgung entnehme, teilte eine Sprecherin des Zweckverbands am Montag in Stuttgart mit. Bis zu 670 Millionen Liter darf der Zweckverband täglich aus dem See entnehmen. Auf den Pegel habe das keinen messbaren Einfluss. Im Durchschnitt verdunste durch die Sonneneinstrahlung doppelt so viel, wie fürs Trinkwasser entnommen werde - bei 48 Milliarden Kubikmeter Wasser im See. Zumindest eine kleine Entwarnung für die Menschen im Land.

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