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Wie geht es in der Corona-Krise weiter? Darüber haben die Ministerpräsidenten der Länder - darunter auch Winfried Kretschmann (Grüne) - am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten. Trotz kleiner Lockerungen mahnte Kretschmann zur Vorsicht.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Donnerstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Dabei haben sie sich auf einige kleinere Lockerungen geeinigt. Unter Auflagen sollen beispielsweise Spielplätze wieder geöffnet werden.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte im Anschluss an das Treffen in einem Statement, dass ihm die Nöte der Kinder in der Corona-Krise besonders am Herzen lägen. Über das weitere Vorgehen bei der Öffnung von Schulen und Kitas solle am 6. Mai bei einem weiteren Treffen beraten werden. Bis dahin sollten die Chefs der Staatskanzleien und der Kanzleramtschef Helge Braun einen "Fahrplan" erarbeiten, sagte Kretschmann.

Ab kommender Woche: Ausstellungen, Zoos und Museen öffnen

Neben den Spielplätzen können laut Kretschmann ab kommender Woche auch Museen, Zoos, Ausstellungen und Gedenkstätten wieder öffnen. Zumindest wenn die geltenden Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden. Des Weiteren einigten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Merkel auf eine Öffnung von Gottesdiensten und Gebetsversammlungen. In Baden-Württemberg dürfen ab Anfang Mai wieder öffentliche Gottesdienste mit Auflagen stattfinden. Das hatte die Landesregierung bereits am Dienstagnachmittag verkündet. Eine maximal erlaubte Zahl von Besuchern wie in anderen Bundesländern werde es dabei nicht geben.

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SWR Fernsehen BW

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Aufgehoben wird ab nächster Woche in Baden-Württemberg die umstrittene 800-Quadratmeter-Regelung für den Einzelhandel. Sie werde durch entsprechende Hygiene- und Sicherheitsregeln ausgeglichen, kündigte Kretschmann an. Er begründete den Schritt mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim, wonach die Regelung dem Gleichheitsgebot widerspreche.

spielplätze in baden-württemberg könnten wieder öffnen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)
Kinder dürfen bald wieder auf Spielplätzen spielen picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Kretschmann warnte aber davor, wegen der Lockerungen zu übermütig zu werden: "Lassen Sie sich durch diese weiteren vorsichtigen Öffnungsschritte aber bitte auf keinen Fall zu der Fehleinschätzung verleiten, wir seien bereits über den Berg. Das wäre fatal, denn die Situation ist nach wie vor sehr fragil."

Entscheidung über Gastronomie-Öffnung vertagt

"Große Themen" wie etwa Gastronomie, Tourismus und Hotellerie habe man am Donnerstag laut Kretschmann zwar andiskutiert, jedoch bewusst zurückgestellt. Man müsse sich zuerst anschauen, wie sich die Lockerungen auswirken, so der Ministerpräsident. Genaue Zahlen, um seriös über weitere Lockerungen entscheiden zu können, würden erst in der kommenden Woche vorliegen.

Dann wollen die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin auch darüber beraten, ab wann kleinere Veranstaltungen wieder stattfinden können. Kretschmann bekräftigte, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, Dorffeste, Straßenfeste, Festivals, Konzerte und ähnliches bis Ende August nicht möglich seien.

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