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Mehr als 9.000 Menschen sind seit Beginn der Corona-Pandemie in Baden-Württemberg im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde am Sonntag im Rahmen eines bundesweiten Gedenkens an die Toten erinnert.

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Rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie haben Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg am Sonntag der 9.063 Todes-Opfer im Land (Stand: 18.4., 16:00 Uhr) gedacht. In Heilbronn wurde bereits am Samstag ein ökumenischer Gottesdienst aufgezeichnet - seit Sonntagvormittag ist er auf Youtube zu finden. In Neckarsulm (Kreis Heilbronn) wurden zu Beginn der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin um 13 Uhr alle Kirchenglocken für fünf Minuten geläutet.

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Auch in Ulm und Baden-Baden läuteten am Nachmittag die Kirchenglocken. In Freiburg wollten Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften am Hauptfriedhof für alle Verstorbenen jeweils eine Blume niederlegen. In Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) sollten am Rathaus Kerzen aufgestellt werden.

Bruchsal

Aufruf des Bundespräsidenten Bruchsal und Baden-Baden gedachten der Corona-Toten

Städte und Gemeinden in der Region haben am Sonntag zum Gedenken an Corona-Tote aufgerufen. An dem Aufruf beteiligten sich unter anderem die Städte Bruchsal und Baden-Baden.  mehr...

Klinikum Stuttgart pflanzt Baum zum Gedenken

Am Mittag wurde am Klinikum Stuttgart mit einer Schweigeminute der Opfer der Pandemie gedacht. Am Standort Bad Cannstatt, an dem sich auch einen Isolations-Station für Covid-Patienten und Patientinnen befindet, pflanzte Stuttgarts Krankenhausbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) gemeinsam mit Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann (Grüne) einen Baum, als Zeichen des Gedenkens. Fuhrmann sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus und würdigte zugleich die Arbeit des Klinikpersonals. "Ärzte und Pflegekräfte haben in den vergangenen Monaten großartige Arbeit geleistet. Durch ihren unermüdlichen Einsatz haben sie viele Leben gerettet. Mit der Pflanzung möchten wir ein Zeichen setzen - des Dankes, des Gedenkens, des Innehaltens und der Hoffnung."

Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann und  Krankenhausbürgermeister Thomas Fuhrmann pflanzen am Klinik-Standort Bad Cannstatt als Zeichen des Gedenkens einen Baum.  (Foto: Klinikum Stuttgart)
Stuttgarts Sozialbürgermeisterin Sußmann und Krankenhausbürgermeister Fuhrmann pflanzen den Gedenkbaum vor dem Krankenhaus Bad Cannstatt. Klinikum Stuttgart

CDU-Landtagsfraktionschef für jährlichen Gedenktag

Wolfgang Reinhart, der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Stuttgart, forderte anlässlich des nationalen Gedenktags einen jährlichen Gedenktag für die Opfer der Pandemie. Die Menschheitsgemeinschaft dürfe all diejenigen nicht vergessen, "die wir an diese globale Katastrophe verloren haben und noch verlieren werden", so Reinhart. Der Landespolitiker hatte sich bereits zu Beginn des Jahres für einen solchen Gedenktag ausgesprochen.

Bundespräsident Steinmeier: "Hinter all den Zahlen stehe Schicksale"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die bundesweite Gedenkaktion am Sonntag initiiert. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung im Konzerthaus Berlin warnte er davor, das Leid in der Pandemie zu verdrängen. "Auch in dieser Stunde ringen Menschen auf den Intensivstationen mit dem Tod", sagte Steinmeier. Täglich würden die Menschen auf Infektionsraten und Todeszahlen blicken und sie vergleichen und bewerten. "Aber mein Eindruck ist, dass wir uns als Gesellschaft nicht oft genug bewusst machen, dass hinter all den Zahlen Schicksale, Menschen stehen", sagte Steinmeier.

Schicksale wie das der 18-jährigen Dicle Yildirim aus Freiburg. Im April 2020 infizierte sich ihr Vater mit Corona, keine zwei Wochen später war der 63-Jährige tot.

Auch Carsten Witt aus Remseck (Kreis Ludwigsburg) hat seinen Vater an das Virus verloren. Wegen einer gebrochenen Schulter kam der 95-Jährige ins Krankenhaus. Dort steckte er sich mit dem Coronavirus an und starb einen Monat später. Witt beklagte, dass sein Vater einsam sterben musste. Das zentrale Gedenken für die Corona-Toten am Sonntag sei wichtig, sagte er.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institus sind bundesweit bis zum Sonntag (18.4.) 79.914 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Corona-Trauerfeier in Berlin "Ohne einen letzten Händedruck"

Das einsame Sterben in der Pandemie, die Verzweiflung der Angehörigen. Bei der Trauerfeier für die Corona-Toten stellt der Bundespräsident sie in den Mittelpunkt. Doch es kann nur…  mehr...

Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Große Mehrheit der Kreise weiter über 100er-Schwelle

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

Überlingen

Überlingen Gedenken an Corona-Tote in Bodensee-Oberschwaben

Mehrere Städte und Gemeinden haben sich am Sonntag in der Region am Gedenken für die Todesopfer der Corona-Pandemie beteiligt. Dem Aufruf von Bundespräsidenten Steinmeier zur Trauerbeflaggung folgen viele Städte. Darunter auch Ravensburg, Sigmaringen und Lindau. Die Stadt Überlingen (Bodenseekreis) unterstützte die Initiative zusätzlich mit einem stillen Gedenkakt. Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt wünschte in den sozialen Netzwerken allen Betroffenen viel Kraft in dieser schweren Zeit.   mehr...

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