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Gastronomen und Hoteliers sollen ab dem 18. Mai schrittweise wieder öffnen können. Das teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag mit. Tourismusminister Wolf hatte zuvor im SWR-Interview über seine Vorschläge gesprochen.

"Zunächst erhalten die Gastronomie im Außen- und Innenbereich sowie die Ferienwohnungen und Campingplätze in Baden-Württemberg ab dem 18. Mai 2020 die Möglichkeit, wieder schrittweise öffnen zu können", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) laut einer Mitteilung nach einem Gespräch mit dem baden-württembergischen Tourismusminister Guido Wolf (CDU). Ab dem 29. Mai sollen schließlich auch Hotels und Freizeitparks im Land den Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

Reservierungspflicht und Begrenzung der Öffnungszeiten

Für die Gaststätten gelten dann strenge Auflagen: Die Öffnungszeiten und die Gästezahl werden begrenzt sein. Die Betriebe müssen ein Hygiene-Konzept ausarbeiten, zudem sei eine Reservierung Pflicht. Auch muss der Betrieb das Abstandhalten sicherstellen.

Auch für Hotels gibt es entsprechende Auflagen. Demnach werden Angebote mit gemeinschaftlicher Nutzung innerhalb von Hotels und Campingplätzen zunächst nicht geöffnet - beispielsweise der Wellness-Bereich oder das Schwimmbad. Auch für Gasthäuser ist ein Hygieneschutzkonzept vorgeschrieben. Bei der Verpflegung muss wie in der Gastronomie Abstand gehalten werden, auch der Einlass werde begrenzt.

Das Tourismusministerium werde zusammen mit dem Wirtschaftsministerium ein Konzept für die weiteren Schritte in Bezug auf die Gastronomie, die Hotellerie und den Tourismus erarbeiten, erklärte Kretschmann.

Tourismusminister Wolf kündigte "Dreischritt" für Hotels und Gastronomie an

Der baden-württembergische Tourismusminister Guido Wolf (CDU) hatte am Vormittag erstmals mögliche Termine für Öffnungen in Gastronomie und Hotellerie genannt. In einem SWR-Interview am Donnerstag sprach Wolf dabei von einem "Dreischritt". Dabei handele es sich noch nicht um einen gemeinsamen Beschluss, sondern um "Pläne, an denen mit Hochdruck gearbeitet" werde, erklärte ein Sprecher seines Ministeriums. "Ich kann versprechen, dass die Landesregierung den Zeitplan bis zum Wochenende hinterlegt, damit die Gastronomen verbindlich planen können", so Wolf.

Dauer

Für ihn seien die Termine ein sinnvoller Zeitplan, um die diskutierte "Ampelregelung" umzusetzen. Damit bezieht sich der Minister auf einen Stufenplan der grün-schwarzen Landesregierung, den Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Mittwoch nach einer Schalte der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Landtag vorgestellt hat. Dieser Plan sieht schrittweise Lockerungen vor. Die verschiedenen Teilbereiche des öffentlichen Lebens sind dabei Farben zugeordnet, vergleichbar mit einer Ampel, je nach Corona-Infektionsgefahr.

Wirtschaftsministerin will sich für Vorschlag einsetzen

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sprach sich ebenso für den Vorschlag aus: "Wir brauchen schnellstmöglich eine Entscheidung zur stufenweisen Öffnung für das Gastgewerbe", sagte sie am Donnerstag und bestätigte den Zeitplan des Tourismusministers. Sie werde sich "vehement dafür einsetzen, dass die Landesregierung noch vor dem Wochenende dazu einen klaren Beschluss fasst, damit die Betriebe noch den nötigen Vorlauf haben".

Corona-Lockerungen: Planungen an Bayern angelehnt

Laut Guido Wolf liegen die von ihm favorisierten Termine auch sehr nahe an der Planung des Nachbarlands Bayern. "Wenn man die Zahlen vergleicht, ist es glaube ich auch sinnvoll, hier mit gleichen Terminen zu argumentieren, um der Bevölkerung auch deutlich zu machen, dass das sinnhaft ist, was wir hier tun", so Wolf.

Aufgrund der Coronakrise haben in einer IHK-Umfrage 76 Prozent der Gastronomie-Unternehmen aus Baden-Württemberg einen Stellenabbau angekündigt. Der Anteil der Betriebe mit zweistelligen Umsatzeinbußen liegt durch die Pandemie bei 91 Prozent.

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