Stühle und Tische stehen aufgereiht an der Uferpromenade, während im Hintergrund Passanten laufen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Felix Kästle)

Regional bis zu 18 Prozent weniger Übernachtungen

Als Folge der Corona-Pandemie: Tourismus in Baden-Württemberg schrumpft weiter

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Bereits 2020 hatte die Branche mit Einbußen zu kämpfen - und auch in diesem Jahr leidet der Tourismus an den Folgen der Pandemie.

Der Tourismus in Baden-Württemberg leidet weiter unter den Folgen der Corona-Pandemie. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes kamen in den ersten neun Monaten des Jahres rund 18,3 Prozent weniger Gäste als im ebenfalls schon von Corona gezeichneten Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Übernachtungen sei um 2,6 Millionen zurückgegangen, wie die Behörde am Mittwoch weiter berichtete.

Damit wurden nur noch 25,6 Millionen Übernachtungen gezählt nach 28,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es zwischen Januar und September noch 44,2 Millionen Übernachtungen gewesen. Keines der neun Reisegebiete in Baden-Württemberg habe seine Übernachtungszahlen halten können: Am Bodensee etwa gab es ein Minus von 6,4 Prozent, der nördliche Schwarzwald verzeichnete 10,5 Prozent weniger Übernachtungen, der südliche Schwarzwald ein Minus von 11,2 Prozent und die Region Stuttgart zählte sogar 18,1 Prozent weniger Übernachtungen.

Einbruch zu Jahresbeginn massiv

Vor allem im Januar und Februar des laufenden Jahres waren die Zahlen massiv eingebrochen und hätten sich erst wieder ab April erholt. "Zugpferd der Erholungsprozesse ist weiterhin klar der Inlandstourismus", so die Statistiker. Der Anteil von Übernachtungsgästen aus Deutschland sei zwischen Januar und September mit 87,4 Prozent deutlich höher gewesen als in Vorkrisenzeiten (Januar bis September 2019: 78,3 Prozent).

Das habe die Einbußen insgesamt aber nicht auffangen können. Die derzeitige Dynamik der Corona-Zahlen dürfte die Aussichten weiter verdüstern, heißt es aus dem statistischen Landesamt.

Ministerium: Kein Aufholen im Winter

Im Wirtschaftsministerium wurde die Tourismusbilanz der ersten neun Monate 2021 mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Zwar sei die Zahl der Übernachtungen im Sommer 2021 gegenüber dem Sommer des Vorjahres angestiegen, sagte der Staatsekretär im Wirtschaftsministerium, Patrick Rapp (CDU).

Aber weder Bilanz noch Prognose dürften Beschäftigte in der Branche sonderlich erfreuen: "Insgesamt wird es noch eine Weile dauern, bis die Tourismusbranche gänzlich an das Vorkrisenniveau anknüpfen kann." Und die Wintermonate sowie eine angespannte Infektionslage dürften den Abstand zum Niveau vor der Pandemie eher noch weiter vergrößern, so Rapp weiter.

Laut Pressemitteilung der CDU soll deshalb die Tourismusförderung im kommenden Haushalt wieder eine wichtige Rolle spielen. "Die Novembersteuerschätzung hat uns auch für diesen Bereich mehr finanziellen Spielraum eröffnet. Diesen werden wir nutzen und weiter als verlässlicher Partner an der Seite der Hotellerie- und Gastronomiebranche stehen.", so die CDU-Pressereferentin.

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