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Um die Energiewende fortzuführen, will die Landesregierung verstärkt auf Tiefengeothermie setzen. So soll die Erdwärme in Baden-Württemberg besser genutzt werden. Der Forschungsauftrag hierfür ist bereits an ein Karlsruher Institut vergeben worden.

Die grün-schwarze Landesregierung will die Tiefengeothermie ausbauen. Zur Energiewende könne die Nutzung von Erdwärme im Südwesten in Baden-Württemberg einen wichtigen Beitrag leisten, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart. "Allerdings spielt sie bislang bei der Wärme- und Stromversorgung hierzulande nur eine untergeordnete Rolle. Dabei gibt es in Baden-Württemberg sehr gute Potenziale." Die Regierung habe daher am Dienstag den Beschluss gefasst, den Ausbau dieser Energieform im Land zu unterstützen. Ziel sei es, über die Chancen zu informieren und die Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Einsatz zu verbessern.

Das am Karlsruher Institut für Technologie angesiedelte Landesforschungszentrum Geothermie habe hierfür einen Forschungsauftrag erhalten, sagte Untersteller. Zudem werde gemeinsam mit Wissenschaft, Unternehmen, Ingenieurbüros, Verbänden und Kommunen ein landesweiter Masterplan erarbeitet.

Land geht laut Naturschutzbund den richtigen Weg

Umweltschutzverbände lobten die Initiative. Tiefengeothermie könne klimafreundlich und verlässlich Energie liefern, teilte der Naturschutzbund Baden-Württemberg am Mittwoch mit. Sie sei unabhängig von Witterung, Tages- oder Jahreszeit. Besonders entlang des Rheins habe die Energieform ein großes Potenzial, sagte eine Sprecherin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Dieses werde bislang nicht genutzt. Das Land gehe nun einen richtigen Weg.

Gebäuderisse wie in Staufen nicht zu befürchten

Nach missglückten Geothermiebohrungen in Staufen bei Freiburg, die Gebäuderisse verursachten, war die Energieform in die Kritik geraten. Dem Land zufolge handelte es sich in Staufen um bodennahe Geothermie. Im Gegensatz dazu gehe Tiefengeothermie 400 Meter und mehr in die Erde. Probleme wie in Staufen seien so nicht zu befürchten.

Missglückte Geothermiebohrung Staufen muss dauerhaft gegen Risse kämpfen

Nach missglückten Geothermiebohrungen vor 13 Jahren in Staufen (Breisgau-Hochschwarzwald) rechnet das Land mit dauerhaft erforderlichen Gegenmaßnahmen. Ein Ende sei nicht absehbar.  mehr...

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