Ein Soldat steht auf einem Übungsgelände (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Jens Büttner)

Zwei Männer in Untersuchungshaft

Festnahme im Schwarzwald: Ex-Bundeswehrsoldaten wollten offenbar Söldnertruppe gründen

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Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwochmorgen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie in München zwei Ex-Bundeswehrsoldaten festnehmen lassen. Sie stehen unter Terrorverdacht.

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Die beiden 52 und 60 Jahre alten Männer hätten geplant, eine 100 bis 150 Mann starke Söldnertruppe unter ihrem Kommando zu bilden, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Mit dieser Art Privatarmee hätten sie dann in den Bürgerkrieg im Jemen eingreifen wollen.

Spezialkräfte der Bundespolizei nahmen die beiden ehemaligen Fallschirmjäger Arend-Adolf G. und Achim A. am frühen Mittwochmorgen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie in München fest. Nach SWR-Informationen stammt Arend-Adolf G. aus Bad Liebenzell und wurde im Raum Lenzkirch festgenommen.

Wenige Stunden nach den Festnahmen wurden die Männer dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe vorgeführt, der den Haftbefehl in Vollzug setzte.

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Truppe für Kampfhandlungen im Jemen

Einer der beiden Männer hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft mit mindestens sieben Personen Kontakt aufgenommen, um diese für das Vorhaben einer Privatarmee zu gewinnen. Ziel sei es gewesen mit der Söldnertruppe das Bürgerkriegsgebiet im Jemen zu "befrieden" und Friedensverhandlungen zwischen den Huthi-Rebellen und der Regierung zu erzwingen.

Den beiden Beschuldigten sei bewusst gewesen, dass die von ihnen befehligte Einheit zwangsläufig Menschen hätte töten müssen. Zudem hätten sie damit gerechnet, dass im Zusammenhang mit Kämpfen auch Zivilisten ums Leben kommen.

Finanzierung durch Saudi-Arabien

Laut Bundesanwaltschaft war das wesentliche Motiv der beiden ehemaligen Soldaten, einen monatlichen Söldnerlohn von rund 40.000 Euro für jedes Mitglied der Einheit zu erzielen. Die Finanzierung der Truppe habe durch Dritte, vorzugsweise Saudi-Arabien, erfolgen sollen.

Trotz offenbar hartnäckiger Versuche bei der saudi-arabischen Regierung finanzielle Unterstützung zu bekommen, gab es von den staatlichen Stellen des Landes keine Reaktion. Doch die deutschen Ermittlungsbehörden wurden aufmerksam. Schon der Versuch, eine Privatarmee aufzustellen, ist eine Straftat. Außerdem untersucht die Bundesanwaltschaft, ob es Terrorpläne der beiden Männer gab.

Der erste Hinweis auf die Machenschaften der beiden Männer, die früher für ein umstrittenes Sicherheitsunternehmen gearbeitet hatten, ging dem Vernehmen nach bereits vor einigen Monaten beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) ein.

Wohnungsdurchsuchungen in Calw

Ermittler durchsuchten am Mittwochmorgen auch die Wohnungen der Beschuldigten - unter anderem im Landkreis Calw, dort ist auch der Standort der Eliteeinheit KSK (Kommando Spezialkräfte). Ebenso wurden die Räumlichkeiten von vier nicht tatverdächtigen Personen in Baden-Württemberg und Bayern durchsucht.

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SWR