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Gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland? Weit gefehlt, sagt eine neue Studie. Die Teilhabemöglichkeiten sind je nach Region sehr unterschiedlich. Baden-Württemberg schneidet aber bestens ab.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Der am Donnerstag in Berlin vorgestellte "Teilhabeatlas" bescheinigt Städten und Landkreisen in Baden-Württemberg überdurchschnittlich gute Lebensbedingungen. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung verglich darin 401 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland nach statistischen Kriterien wie der Quote von Sozialleistungsempfängern, der Höhe der Einkommen, der kommunalen Steuerkraft, der Verfügbarkeit schnellen Internets, der Quote der Schulabbrecher und der Infrastruktur samt Schulen, Ärzten und Nahverkehr.

Im Ergebnis verteilen sich auf die Bundesrepublik jeweils drei städtische und ländliche Gruppen (Cluster 1-6, siehe Grafik) - von reich bis abgehängt. Die jeweils schlechtesten städtischen und ländlichen Cluster 3 und 6 ("Großstädte mit Problemlagen" und "Abgehängte Regionen") kommen in Baden-Württemberg gar nicht vor. Hier wie in Teilen Bayerns und im südlichen Hessen ballen sich die Regionen mit besonders guten gesellschaftlichen Teilhabechancen.

Nur zwei Landkreise mit vereinzelten Problemen

Fast alle Landkreise Baden-Württembergs fallen in die Gruppe "Erfolgreiche ländliche Regionen" (Cluster 4) - Ausnahmen sind Sigmaringen und der Neckar-Odenwald-Kreis als "Ländliche Regionen mit vereinzelten Problemen" (Cluster 5).

Alle städtischen Regionen attraktiv

Bei den kreisfreien Städten bekommen unter anderem Stuttgart, Ulm und Heilbronn beste Werte bescheinigt: Sie werden als "Reiche Großstädte und ihre Speckgürtel" (Cluster 1) bezeichnet. Sie weisen bei den wirtschaftlichen Merkmalen die höchsten Durchschnittswerte auf, bei Teilhabe gute bis sehr gute. Als "Attraktive Großstädte" (Cluster 2) werden unter anderem Karlsruhe, Pforzheim und Mannheim benannt.

Klagen im Ostalbkreis über schlechte Internetverbindung

In einer nicht-repräsentativen qualitativen Befragung sind die Autoren auch der Frage nachgegangen, ob sich die Bewohner vermeintlich abgehängter Regionen benachteiligt fühlen und in erfolgreichen zufrieden sind.

In Baden-Württemberg wurden Menschen in Stuttgart, dem Ostalbkreis sowie dem Stadt- und Landkreis Heilbronn interviewt. Im Ostalbkreis klagten viele "über eine Internetverbindung, die so schlecht ist, dass etwa das Herunterladen von Schulmaterial nicht funktioniert". Auch blickten viele argwöhnisch auf die Kreisstadt Aalen und nach Bayern.

Blick vom Götzenturm in Heilbronn (Foto: SWR, Nicole Heidrich)
Blick vom Götzenturm auf Heilbronn - laut Studie "ein Paradies" Nicole Heidrich

"Statistisch gesehen ist Heilbronn ein Paradies."

Autoren der Studie

Das verfügbare Einkommen sei mit 35.000 Euro pro Kopf nirgendwo in Deutschland so hoch wie in der Stadt Heilbronn - und auch im Landkreis laufe es wirtschaftlich sehr gut. "Statistisch gesehen ist Heilbronn ein Paradies", sagen die Studienmacher. Eigentlich dürften Rechtspopulisten hier keine Chance haben, heißt es weiter, dennoch gaben bei der Bundestagswahl 2017 "mit 16,4 Prozent auffällig viele Wähler ihre Stimme der AfD".

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