Der Bahnsteig in Bad Krozingen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) (Foto: SWR)

Bestimmungen und Verordnungen

Bahnsteig und Solaranlage: Viele Regeln führen zu viel Frust

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Ob der Bahnsteig in Bad Krozingen oder die Solaranlage in Freiburg: In Deutschland ist alles haarklein geregelt. Das sorgt für Unmut und teilweise auch Frust bei den Menschen.

Verordnungen, Bestimmungen und Gesetze: Deutschland ist ein Land der Regeln. Das bekommen auch die Bürgerinnen und Bürger in Südbaden zu spüren.

Der Bahnsteig in Bad Krozingen ist zu niedrig für einen ICE

In Bad Krozingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ist der Bahnsteig zu niedrig, zumindest für einen ICE. Bisher halten dort IC-Züge des Baden-Kuriers, der zwischen Basel und München fährt. Aber die Deutsche Bahn stellt bald auf ICE um - und das wäre dann in Bad Krozingen unmöglich. 17 Zentimeter fehlen, die Fahrgäste müssten regelrecht in den Zug klettern.

Bad Krozingen bald kein Halt für Fernzüge mehr?

Joachim Barth vom Fahrgastverband Pro Bahn macht sich wegen der Bahnsteighöhe wirklich Sorgen. Bad Krozingen würde als Halt für die ICE-Züge wegfallen. "Das wäre ziemlich bitter für den Ort", so Barth. Er setzt sich dafür ein, den Bahnsteig provisorisch zu erhöhen und das Problem mittelfristig richtig anzugehen.

Noch keine offiziellen Angaben von der Deutschen Bahn

Bisher hält der Baden-Kurier von Basel nach München und zurück zweimal täglich dort, früh am Morgen und abends nach 21 Uhr. Offizielle Informationen von der Bahn, wie es jetzt weitergeht, gibt es laut Fahrgastverband noch nicht. Auch die Stadt fürchtet, dass der Baden-Kurier bald nicht mehr in Bad Krozingen halten könnte. Das sagte Mathias Geng, Referent des Bürgermeisters Volker Kieber, auf SWR-Nachfrage. Ob alles Bitten hilft und der Baden-Kurier auch weiterhin in Bad Krozingen hält, zeigt sich wohl erst mit dem neuen Fahrplan im Dezember.

Denkmalschutz: Die Solaranlage in Freiburg muss wieder weg

Ortswechsel nach Freiburg. Auch Hausbesitzer Otto Haizmann versteht die Welt nicht mehr. Er hatte 2018 eine Solaranlage auf seinem Dach installiert, aber die musste wieder runter. Der Grund: Das Haus ist doch denkmalgeschützt, obwohl das zunächst anders klang. Haizmann hatte sich auf die mündliche Aussage verlassen, dass zwar zwei Teile des Gebäudes geschützt seien, sein Haus aber nicht. Doch zwei Monate später kam die Aufforderung von der Stadt Freiburg, die Solaranlage wieder abzubauen. Er legte Widerspruch ein, der wurde aber abgelehnt.

"Da blieb mir nichts anderes übrig, als gegen die Stadt zu klagen."

Den Prozess hat Haizmann verloren. Von der Anlage bleiben ihm nur noch die Technik im Haus und ein paar Fotos als Erinnerung. Ganz hat er allerdings noch nicht aufgegeben. Die Schienen auf dem Dach lässt er dran - für den Fall, dass es doch noch eine Möglichkeit gibt. Aber so sicher ist er sich da im Regelland Deutschland nicht.

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