Russland-Embargo auch Zollamt Weil am Rhein spürbar (Foto: SWR)

Hauptzollamt Lörrach zieht Jahresbilanz

Wegen Russland-Krieg: Zoll-Kontrollen fordernd und zeitintensiv

Stand
AUTOR/IN
Katharina Seeburger
Eine Frau mit dunkelblonden Haaren lacht in die Kamera. Ihre Haare sind etwas länger als schulterlang. Katharina Seeburger trägt einen gestreiften Pullover in blau, rosa und grau. (Foto: SWR, Laura Könsler)

Am größten Autobahnzoll Europas in Weil am Rhein sorgt der russische Krieg in der Ukraine für zusätzliche Arbeit. Ein Grund sind die zahlreiche Hilfslieferungen, aber auch: das EU-Embargo gegen Russland und Belarus.

Über 800.000 Lkw fertigen die Zöllnerinnen und Zöllner pro Jahr beim Autobahnzoll in Weil am Rhein ab. Es ist europaweit der größte Zoll seiner Art. Nun müssen die Beamtinnen und Beamten zusätzlich das Embargo gegen Russland infolge des Ukrainekriegs durchsetzen.

Wegen Russland-Embargo: 160 zusätzliche Kontrollen

Jeden Lkw, der bei der elektronischen Voranmeldung als Ziel Russland oder Belarus angibt, müssen die Zollbeamtinnen und -beamten kontrollieren. Bestimmte Waren dürfen seit dem Embargo der Europäischen Union nicht mehr von der Schweiz durch die EU nach Russland oder Belarus ausgeführt werden. Laut Ralf Schemenauer, Leiter Zollamt Weil am Rhein-Autobahn, hat der Zoll seit Beginn der Ukraine-Krise etwa 160 Embargo-Kontrolle durchgeführt.

"Die Kontrollen sind sehr fordernd und zeitintensiv. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben."

Verbotene Güter mit dem Ziel Russland sind am Weiler Zoll noch nicht aufgetaucht. Allerdings mussten die Zöllnerinnen und Zöllner ein Fahrzeug mit Lebensmittel nach Russland wieder in die Schweiz zurückschicken. Der Grund: Das Fahrzeug hatte zwar ein litauisches Kennzeichen, war aber in Russland zugelassen und russische und belarussische Transportunternehmen dürfen seit April keine Transporte mehr innerhalb der EU durchführen.

Viele Hilfsgüter aus der Schweiz

Inzwischen kommen so gut wie keine Lkws mehr an die deutsch-schweizer Grenze, die in Russland und Belarus zugelassen sind. Dafür aber viele Lkws mit Hilfsgütern aus der Schweiz für die Ukraine. Das Problem: Die Hilfsorganisationen würden sich mit zollrechtlichen Verfahren nicht auskennen, führt Ralf Schemenauer aus. Das bedeute einen Mehraufwand für die Beamtinnen und Beamten, die die Hilfsorganisationen bei der Bürokratie unterstützten. Sie müssten sicherstellen, dass es auch tatsächlich Hilfslieferungen sind, die da transportiert werden, so Schemenauer. Bisher sei es dabei aber zu keinen Problemen gekommen.