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Die Bundeswehr in Donaueschingen will sich vergrößern - auf einem Waldgelände bei Tannheim, einem Teilort von Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Ein Standortübungsplatz soll dort entstehen, doch das sorgt für reichlich Zoff.

In etwa fünf bis sechs Kilometern Entfernung zum avisierten Bundeswehr-Übungsplatz steht nämlich die bundesweit bekannte Nachsorgeklinik Tannheim für schwer kranke Kinder. Und die befürchtet jetzt, dass es statt Ruhe und Erholung in Zukunft Gefechtslärm durch Manöver-Übungen geben könnte. Ein Protestbrief an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist bereits verschickt und eine Petition gestartet.

Protest vor der Nachsorgeklinik Tannheim

Die Botschaft der Familien mit schwer kranken Kindern ist eindeutig: Sie wollen keinen Standortübungsplatz direkt gegenüber der Klinik. Am Ochsenberg soll der Standortübungsplatz entstehen, mehrere hundert Hektar groß, für die Soldaten in Donaueschingen. Der dort bereits bestehende Übungsplatz sei mit 50 Hektar zu klein, heißt es seitens der Bundeswehr. Auf dem geplanten Gelände bei Tannheim soll etwa jeden zweiten Tag trainiert werden. Unter anderem mit Übungshandgranaten und Übungspanzerfäusten, so Oberst Herfried Martens vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Stuttgart.

Beantragtes Lärm-Gutachten erst im Jahr 2022 fertig

Aber solange lange will man in der Nachsorgeklinik Tannheim nicht warten. Eine Petition gegen den Übungsplatz hat bisher mehr als 7.000 Unterstützer. Rückendeckung gibt es auch aus Villingen-Schwenningen. Der dortige OB Jürgen Roth hält einen Bundeswehr-Übungsplatz, relativ nahe von Wohngebieten und Klinik, sowie innerhalb eines Naturschutz-Großprojektes, für nicht akzeptabel.

Zustimmung für Bundeswehr-Pläne in Donaueschingen

Im zehn Kilometer entfernten Donaueschingen dagegen Zustimmung für die Pläne der Bundeswehr, sichern sie doch den eigenen Bundeswehr-Standort mit mehr als 900 Soldaten. Dort sieht man die Diskussion ohne vorliegende Gutachten kritisch. Erik Pauly, OB von Donaueschingen: "Ich würde mir wünschen, dass man die Ergebnisse abwartet, bevor man über Fakten versucht zu sprechen, die man bisher noch gar nicht hat. Wir können nur sagen von Donaueschingen - mit den Erfahrungen, die wir mit dem aktuellen Standortübungsplatz haben - dass keine Belästigung der Bevölkerung davon ausgeht."

Bundeswehr nimmt die Kritik ernst und besucht die Klinik

Die Klinik in Tannheim wird trotzdem weiter Sturm laufen gegen den geplanten Übungsplatz. Als nächster Schritt steht ein Treffen an: Vertreter der Bundeswehr wollen die Klinik im Herbst besuchen und sich ein Bild machen. Man nehme die Kritik aus Tannheim ernst, heißt es dort.

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