Das ehemalige Schulhaus in Oberweschnegg wurde zum Wohnhaus umgebaut (Foto: SWR)

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Wohnen statt Lernen im umgebauten Schulhaus Oberweschnegg

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Ein Alptraum in einem ehemaligen Schulhaus zu wohnen? Nicht so im ehemaligen Schulhaus in Oberweschnegg im Landkreis Waldshut.

In der früheren Grundschule in Oberweschnegg, einem Ortsteil von Höchenschwand (Kreis Waldshut), wohnen inzwischen fünf Mietparteien, darunter Familie Albrecht. Ursula Albrecht ist Unternehmerin und erinnert sich: "Ich kam hier rein und wusste sofort, das ist die Wohnung, die ich für mich gerne hätte." Ihr Mann Udo ist Grafiker und Künstler. Er pflichtet ihr bei: "Wir haben sofort gespürt, das ist etwas Spezielles, nicht Alltägliches. Noch bevor wir eingezogen sind, habe ich hier meine Kunst platziert."

Der Geist der früheren Schule ist in vielen Räumen noch spürbar. Früher Flur und Eingang, heute großzügiges Esszimmer mit Panoramafenster. Die ehemalige Grundschule Höchenschwand drohte zu verfallen. Wäre sie abgerissen worden, hätte sie nicht wieder neu gebaut werden dürfen. Die Außenmauern blieben, aber aus dem Sattel- wurde ein Pultdach.

Vom Lehrraum zum Wohntraum in Höchenschwand

Im Haus nebenan wohnte schon zu Schulzeiten der ehemalige Bürgermeister von Höchenschwand, Werner Rautenberg: "Hier hat der Schulbus gehalten, die Kinder wurden ja aufgesammelt auf dem ganzen Höchenschwander Berg. Ja es war eine paradiesische Schule, vier Klassen, rundherum freie Natur. Ich glaube die Kinder waren glücklich. Das kann ich sagen, weil auch unsere sechs Kinder hier vier Jahre zur Schule gegangen sind."

Das Schulhaus ist durch den Umbau erhalten geblieben, das freut in Höchenschwand viele, etwa Udo Paasch, den dortigen Briefzusteller: "Ist ganz interessant jetzt hier die Post vorbei zu bringen, in dem Gebäude, wo man früher zur Schule gegangen ist. Zu unserer Zeit war's zwar von den Lehrern her strenger, aber gerechter. Es ist modern, passt sich in die Landschaft ein, gut gelungen!“

Aus dem Fenster schauen und lernen - früher undenkbar

Wo früher konzentriert gepaukt wurde, wird jetzt intensiv entspannt, sagt Udo Albrecht: "Die Räume sind einfach wunderbar von der Aufteilung, von der Größe. Dass das vorher eine Schule war, empfinde ich nicht als störend." Seine Frau Ursula spürt noch etwas von der "Kommunikation, die hier in den Räumen stattgefunden hat. Und lernen können wir doch alle immer noch was. Ich beschäftige mich oft mit Dingen, die ich noch dazu lernen kann. Also von dem her geht’s auch so weiter."

Tierische Gelassenheit von Kühen abzuschauen zum Beispiel. Kühe transportieren für Ursula Albrecht etwas Meditatives: "Ich kann sie beobachten, kann mich da eigentlich vergessen. Das ist ein totaler Entspannungsmoment."

Lebenskunst steht jetzt auf dem Lehrplan

Im ehemaligen Schulhaus Höchenschwand ist für Udo und Ursula Albrecht: Einfach immer große Pause! Das Wohngefühl, das sie dort haben, empfinden sie als "einfach sensationell. Wir kommen hier nach Hause und das ist etwas Schönes, das macht uns glücklich."

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