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Wintereinbruch auf dem Schauinsland

Wintereinbruch auf dem Schauinsland

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AUTOR/IN
Nadine Zeller

Die acht Jahre alte Ronja Senger hat die Hände tief in den Taschen vergraben. Kalt ist es hier oben auf der Bergstation des Schauinsland. Und dass man heute Handschuhe brauchen könnte, damit hat sie nicht gerechnet. Aber dass hier überall Schnee liegt findet sie:
O-Ton 1
„Ganz toll!“
Ronjas Vater Simon Senger lächelt gequält. Er trägt eine leichte Herbstjacke, deren Kapuze er sich tief ins Gesicht gezogen hat, um sich gegen den eisigen Wind zu schützen.
O-Ton 2
Nee, haben wir wirklich nicht damit gerechnet, dass heut noch so schneit hier oben.
Die ganze Familie ist entsprechend
O-Ton 3
..fast sommerlich angezogen.
Auch Mutter Yvonne Senger wirkt etwas überrascht.
O-Ton 4
Es ist sehr kalt und windig. Drinnen wars schöner.
Die Familie kommt aus dem Elztal. Ihr Ziel war es, mit der Schauinslandbahn auf die Bergstation fahren, um anschließend im Restaurant auf dem Berg zu frühstücken. Doch die Bahn stand still - die ersten zwei Stunden am Vormittag – zu stark war der Wind. Während die Familie sich dann fürs Auto entschieden hat, haben Hartmut Mutschler und sein Kollege die sportliche Variante gewählt.
O-Ton 5
Wir sind hochgelaufen und wollen jetzt einen Kakao trinken und uns umziehen.
Hochgelaufen?
O-Ton 6
Natürlich. Ja.
Deswegen sehen die beiden auch weniger verfroren aus als die Familie von Ronja aus dem Elztal.
O-Ton 7
Wir sind durchgeschwitzt jetzt. Wir müssen uns umziehen.
Danach gehen sie ins Restaurant der Bergstation. Drinnen ist es muckelig warm. Die bodentiefe Fenster des Wintergartens erlauben einen wunderschönen Blick über die verschneiten Tannenwipfel. Eine Gruppe junger Frauen sitzt dort, schäkert und frühstückt zusammen. Eine von ihnen - Daniela Willmann – gibt zu, dass der Schnee sie kalt erwischt hat.
O-Ton 8
Ich sag mal so, wir haben das Wetter ein bisschen unterschätzt tatsächlich. Ja manche waren noch in Sommerstimmung und andere..ja wir haben uns versucht vorzubereiten, aber unten war es noch nicht so schlimm.
Auch eine der Kellnerinnen des Restaurants wundert sich.
O-Ton 9
Ich hatte heute morgen Frühschicht und bin mit meinem Chef mit dem Auto hochgefahren und es war noch kein Millimeter Schnee heut morgen da.

Während die einen frühstücken, die anderen trinken Kakao nach dem Hochwandern und manche… machen ganz verrückte Sachen:
O-Ton 10
Ja, ich bin jetzt von der Talstation hier hochgerannt. Ich glaub dann darf man auch ein klein bisschen außer Atem sein.
Ähm ja: darf man.
Tobias lang rennt – so erzählt er mir – öfter hier hoch. Er nennt das Zeitvertreib. Wie findet er es, dass es geschneit hat?
O-Ton 11
Wunderbar. Also auf meine zeit wirkt es sich schlecht aus. Ich habe fast 10 Minuten länger gebraucht. Weil es unten schlammig ist und oben immer mehr im Schnee. Und was ich ganz gerne heute hab, ist äh..man ist fast alleine.
Noch stehen auch die Lifte auf den Schauinsland still. Doch das wird sich sicher bald ändern. Wenn der Schnee in den Hochlagen liegen bleibt. Auf den Straßen des Schauinsland verschwindet der Schnee jedenfalls langsam wieder. Die ersten Schneefahrzeuge räumen alles frei. So langsam scheint sich herumzusprechen, dass hier Schnee liegt.

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Nadine Zeller