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In der deutschen Eishockey-Liga geht es heiß her. Mitten im Rennen um die Play-Offs: die Schwenninger Wild Wings. Keine leichte Zeit für die Fans, denn der Stadionbesuch ist wegen der Corona-Pandemie gestrichen.

Ein wenig Schneematsch liegt noch am Wegesrand. Stefan Derbogen schreitet auf die Helios Arena zu, dem Eishockey-Tempel der Schwenninger Wild Wings (Schwarzwald-Baar-Kreis). Normalerweise führt ihn dieser Weg Woche für Woche ins Stadion. Fast ein Jahr lang war der 25-Jährige nun nicht mehr in der Arena. Die Türen zur Arena - für Zuschauer sind sie derzeit geschlossen. Die Corona-Pandemie trifft das Fanherz:

"Als Fan will man die Mannschaft so gut es geht unterstützen. Das geht zu Hause vor dem Fernseher einfach nicht."

Stefan Derbogen, Wild Wings-Fan

Die Liebe zu den Wild Wings ist bei Stefan Derbogen schon als Kind entstanden. Mit dem Vater ging es ins Stadion. Die Begeisterung für die Stimmung und das schnelle Spiel auf Kufen ist auch danach geblieben. Stefan Derbogen hat sogar einen eigenen Fanclub mitgegründet: "Man lebt schon ein Stück weit für Eishockey. Es dreht sich zu Hause viel darum und auch die Wochenenden sind damit vollgetaktet."

Eine außergewöhnlich gute Saison

Als Fan der Wild Wings ist Stefan Derbogen nicht unbedingt erfolgsverwöhnt. Die vergangenen Jahre hat sich die Eishockeymannschaft vor allem am unteren Tabellenende wiedergefunden, an der Liebe für den Verein ändert das aber wenig: "Wir sind ein Underdog, das kleine gallische Dorf sozusagen. Wir freuen uns über jeden Sieg und jede gute Leistung. Man darf auch mal verlieren, wenn die Mannschaft dafür Wille und Kampfgeist gezeigt hat." In dieser Saison läufts für die Wild Wings gut. Die Mannschaft ist stark in die Spielzeit gestartet und auch wenn zuletzt die ein oder andere Niederlage hinzukam, sind die Chancen nicht schlecht, in die Playoffs zu kommen.

Die Daumen sind trotzdem gedrückt

Doch statt sich jubelnd in den Armen zu liegen, oder die Mannschaft noch einmal nach vorne zu brüllen, kann Stefan Derbogen ausgerechnet jetzt das Geschehen nur aus der Ferne verfolgen: "Es wäre blöd zu sagen, dass man sauer ist, wenn es ausgerechnet diese Saison klappt. Man will trotzdem soweit wie möglich kommen."

Fans passen sich an

Wenn er auf seinem Smartphone die Bilder der vergangenen Jahre anschaut, merkt er, es fehlt derzeit etwas. Neben dem Eishockey vor Ort im Stadion, ist das vor allem auch die Gemeinschaft. Der Fanclub versucht das Beste aus der Situation zu machen. Statt gemeinsam in der Arena die Fangesänge anzustimmen, wird zumindest virtuell per Videokonferenz zusammen gejubelt.

Auch wenn Stefan Derbogen mit Blick auf diese Saison skeptisch ist, die Hoffnung auf bessere Zeiten hat er nicht aufgegeben. Zeiten, in denen es in der Arena wieder laut wird, vielleicht sogar noch ein wenig lauter als früher.

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