Haferdrink (Foto: Unsplash/MariahHewines)

Weltmilchtag

Regionale Hafer- und Sojadrinks - das geht auch in Südbaden

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Haferdrink-Hersteller gehen an die Börse und in Cafés ist die Auswahl an pflanzlichen Milchersatzprodukten mittlerweile auch nicht mehr wegzudenken: Alternativen haben Konjunktur. Aber wie sieht es mit Regionalität aus?

Viele Menschen verzichten aus gesundheitlichen, klimatechnischen oder ethischen Gründen mittlerweile darauf, Kuhmilch zu konsumieren. Alternativen gibt es genug: Drinks aus Hafer, Soja oder Mandel etwa. Kommen die allerdings von weit her, ist die Ökobilanz wiederum nicht so gut. Wir haben darüber mit Padraig Elsner gesprochen, dem Pressesprecher des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV).

SWR4 Südbaden: Spüren die Milchbauern hier in der Region, dass es diesen Trend zu alternativen Milchprodukten gibt?

Padraig Elsner: Es gibt schon einige Milchbauern oder Ackerbauern, die mittlerweile solche pflanzlichen Alternativen in der Urform anbauen - zum Beispiel Hafer. Hafer gibt es schon seit ewigen Zeiten hier im Ackerbau, aber auch Sojabohnen. Die Sojabohne hat in den letzten Jahren richtig Konjunktur gehabt bei uns in Südbaden. Das liegt daran, dass sich diese Pflanze wunderbar eignet, hier im warmen Südbaden angebaut zu werden. Bisher geht aber auch hier der größte Teil des Angebauten in die Futtermittelerzeugung, weil heimisches Eiweiß auch bei Nutztieren sehr gefragt ist. Zum anderen gehen auch Teile des Angepflanzten in die Tofuherstellung.

SWR4 Südbaden: In welcher Menge werden denn Hafer und Soja in Südbaden angebaut? Und vor allem: Wie viele Drinks werden daraus produziert?

Padraig Elsner: In Baden-Württemberg haben wir rund 7.000 Hektar Sojabohnen im Anbau und 18.000 Hektar Hafer. Welcher Anteil davon in die Drink-Produktion geht, das kann man aktuell noch nicht sagen. Nur so viel: Der Anteil ist aktuell noch sehr gering.

SWR4 Südbaden: Könnten denn in Südbaden aktuell überhaupt ausreichend Rohstoffe für solche Drinks angebaut werden, um den Bedarf für alle Hafer- und Soja-Fans regional zu decken?

Padraig Elsner: Das kommt natürlich auf den Bedarf an und darauf, ob alle Milch durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden soll oder nicht. Grundsätzlich gibt es noch ein großes Potenzial, hier mehr pflanzliche Alternativen anzubauen. Denn es ist ganz klar: Bei höherer Nachfrage - das war schon immer so in der Landwirtschaft - kommen die Produkte oder die Körner dann auch vom Feld runter oder werden dort angebaut.

Padraig Elsner, Pressesprecher des BLHV, des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands e.V. (Foto: Padraig Elsner)
Padraig Elsner, Pressesprecher des BLHV, des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands e.V. Padraig Elsner

Aber man muss natürlich auch sagen, dass in Südbaden etwa jeder zweite Hektar Grünland ist und auch der möchte bewirtschaftet werden. Das heißt: Wir werden auch immer eine Möglichkeit brauchen, um das, was die Kühe fressen, zu verwerten und daraus auch Alternativen zu machen, wie zum Beispiel die "richtige Milch".

SWR4 Südbaden: Die Haltung von Milchkühen hat ja auch den Effekt, dass die Weiden bewirtschaftet werden und so ganz automatisch die Landschaft im Schwarzwald offen gehalten wird. Was wäre denn, wenn mehr Soja oder Hafer angebaut würde?

Padraig Elsner: Bisher ist der Marktanteil von pflanzlichen Drinks in Deutschland bei rund fünf Prozent. Ich denke, da ist immer noch ein bisschen mehr Potenzial. Und da gibt es nicht gleich eine Konkurrenz in die Richtung, dass es die Grünlandwirtschaft gefährdet. Ich denke, da müssen wir an anderen Baustellen anpacken, um die Landwirte und Landwirtinnen in dem Bereich besser zu unterstützen.

SWR4 Südbaden: Sind denn die Landwirte grundsätzlich bereit, diesen Trend mitzumachen?

Padraig Elsner: Es ist für viele Landwirte auch eine gute Alternative. Viele Milchbauern und -bäuerinnen haben auch Ackerbau und Ackerbauflächen. Und dann ist es durchaus möglich, dass man Hafer beziehungsweise Soja auf dem Acker hat. Vielleicht geht davon Stroh auch in die Milchwirtschaft, also in die Ställe. Und ein Teil davon kann durchaus auch in die pflanzliche Produktion von Milchalternativen gehen.

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