Ein Zaun im Vordergrund, Gebäude stehen im Hintergrund.

50 Bewohner werden verlegt

Nach Krawallen: Weitere Maßnahmen in LEA Freiburg

Stand
AUTOR/IN
Wera Engelhardt
Wera Engelhardt

Die Landeserstaufnahme in Freiburg soll nach heftigen Tumulten wieder zur Ruhe kommen. Dazu sollen unter anderem ein höherer Zaun und mehr Freizeitangebote beitragen.

Verschärfte Zugangskontrollen, weitere Verlegungen und Gespräche mit den Bewohnern: Nach Tumulten in der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) in Freiburg arbeiten die Verantwortlichen weiter daran, neue Ausschreitungen zu verhindern.

Nach den Krawallen Ende Januar kamen elf Menschen sofort in andere Unterkünfte im Land, wie der zuständige Abteilungsleiter im Freiburger Regierungspräsidium, Peter Kramer, jetzt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte. "Insgesamt sind rund 50 Menschen von Verlegungen betroffen."

Mehr Sicherheitskräfte im Einsatz

Am Eingang der Anlage wird es nun eine feste Sicherheitsschleuse geben, um Waffen oder Messer zu finden. "Der Zaun um die Anlage soll erhöht werden", sagte Kramer weiter. Damit könne beispielsweise verhindert werden, dass Menschen nachts von außen in die Anlage kämen. Außerdem sei das Sicherheitspersonal aufgestockt worden. Tagsüber seien es nun 36 Beschäftigte statt bisher 22. Eine Polizeiwache in der Anlage ist den Angaben zufolge mit bis zu fünf Beamten besetzt.

Eingang zur Landeserstaufnahmeeinrichtung LEA in Freiburg
Der Eingang zur Landeserstaufnahmeeinrichtung LEA in Freiburg. Wer künftig hinein will, wird genau kontrolliert.

Ende Januar hatte es mehrfach Krawalle in der LEA gegeben, die derzeit von etwa 650 Menschen aus rund 30 Staaten bewohnt wird. Dabei waren Menschen teilweise mit Stangen, Messern und anderen Gegenständen aufeinander losgegangen. Beteiligt waren laut Regierungspräsidium Gruppen von allein reisenden jungen Männern aus Nordafrika auf der einen Seite und aus Syrien und Afghanistan auf der anderen. Mehrere Bewohner wurden verletzt. Ein 28-Jähriger wurde danach vor dem Amtsgericht Freiburg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Mehr Angebote für Flüchtlinge geplant

Einige Tage später einigten sich das Regierungspräsidium Freiburg, die Staatsanwaltschaft und die Polizei auf Schritte, um in Zukunft solche Gewaltausbrüche zu verhindern. Ein Punkt war auch, wieder verstärkt Freizeitangebote in der Einrichtung anzubieten. Wegen der Restriktionen während der Corona-Pandemie was das lange nicht möglich gewesen. Die Verantwortlichen hoffen, damit eine andere Atmosphäre des Zusammenlebens in der LEA zu gewährleisten.

Video herunterladen (11,3 MB | MP4)

"Mir ist es besonders wichtig, dass wir so schnell wie möglich wieder unser Angebot zur Beschäftigung der Bewohnerinnen und Bewohner ausbauen", bekräftigte die neue Leiterin der Unterkunft, Nicole Riße-Hasenkamp, dies jetzt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Kramer zufolge wird auch versucht, die Dinge im Dialog mit den Geflüchteten zu entschärfen.

Mehr zu den Krawallen in der LEA

Freiburg

Beschleunigtes Verfahren Bewährungsstrafe nach Krawallen in Freiburger LEA

Die Ausschreitungen in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Freiburg vor einer Woche haben erste juristische Folgen. Ein junger Geflüchteter ist jetzt verurteilt worden.

SWR4 BW aus dem Studio Freiburg SWR4 BW Südbaden

Freiburg

Krisengespräch der Behörden Konsequenzen nach Gewalt in Landeserstaufnahmeeinrichtung Freiburg

In der LEA Freiburg kam es mehrfach zu Krawallen und Auseinandersetzungen. In einem Krisengespräch wurden Konsequenzen gezogen.