Deutsch-französischer Austausch in Biesheim/Elsass

Wasserstoff statt Atomenergie? - Wie es nach Fessenheim weiter gehen könnte

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AUTOR/IN
Matthias Schlott
ONLINEFASSUNG
Jan Lehmann

Das AKW Fessenheim ist Geschichte - jetzt suchen deutsche und elsässische Politiker nach zukunftsfähigen Alternativen für die Region. Eine Vision: grenzüberschreitende Wasserstoff-Produktion.

Auf einem so genannten Wasserstoff-Gipfel haben sich im elsässischen Biesheim, unweit der Grenze bei Breisach, Akteure aus der Politik, Energiewirtschaft, Industrie und dem Verkehrswesen getroffen. Ihr Ziel: grenzüberschreitende Wege finden, wie man Wasserstoff in der Region gemeinsam produzieren kann.

Hoffen auf neue Arbeitsplätze durch Wasserstoff-Produktion

Dabei waren Projekte gefragt, die neben der Ökologie auch neue Arbeitsplätze für die weggefallenen Stellen im Atomkraftwerk Fessenheim bringen. Dahinter steckt auf deutscher Seite auch die Sorge, dass Frankreich im Zuge einer Renaissance der Atomkraft in Fessenheim eine Aufbereitungsanlage für Bauteile alter Atomkraftwerke (Technocentre) bauen könnte. Breisachs Bürgermeister Oliver Rein (CDU) erhofft sich daher, "dass es gelingt, eine Kernkraft-Konversion so zu nutzen, dass hinterher mehr qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, als es vorher waren". Dafür müsse sich die deutsche Seite über die Grenze hinweg deutlich engagieren. "Da geben uns aus meiner Sicht die Aachener Verträge alle Möglichkeiten."

Jean Rottner, Präsident der Région Grand Est, beim Wasserstoff-Gipfel in Biesheim (Foto: SWR)
Jean Rottner, Präsident der Région Grand Est, beim Wasserstoff-Gipfel in Biesheim

Den politischen Willen zur grenzüberschreitenden Kooperation beim Thema Wasserstoff betonte in Biesheim auch Jean Rottner, der Regionalratspräsident der Région Grand Est. Er wird im Januar auch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann darüber sprechen. Auch darüber, wie sich beiderseits des Rheins weitere Hürden abbauen lassen.

"Wie kann eine Fabrik in Frankreich, die Wasserstoff braucht, von einer Leitung aus Deutschland profitieren? Das ist alles nicht einfach, aber wir werden es angehen. Dafür brauchen wir auf lokaler Ebene jetzt die Unterstützung von Europa."

Auf deutscher Seite möchte Breisachs Bürgermeister Oliver Rein aufs Tempo drücken und bringt dazu weitere Akteure aus der Wissenschaft ins Spiel. Etwa von den Freiburger Fraunhofer-Instituten oder über den Universitätenverbund Eucor im Dreiländereck. "Wir haben Super-Ideen und diese Ideen gilt es jetzt auch mit konkreten Projekten zu unterfüttern." Auch in Frankreich gibt es bereits einige Wasserstoff-Projekte, etwa eine Pionier-Anlage in Straßburg.

Die ganze Sendung "Dreiland Aktuell" beginnt bei 4:59 und endet bei 12:40:

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