Wasserknappheit wird im Schwarzwald und in Südbaden mittelfristig zu einem Problem (Foto: SWR)

Wassermeister und Forscher einig

Wasserknappheit wird im Schwarzwald und in Südbaden zum Problem

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Streit ums Wasser wird es in den nächsten Jahren voraussichtlich noch häufiger geben. Denn: Wasser wird vielerorts knapp, auch hier im Südwesten. 

Woran genau das liegt mit der Wasserknappheit und warum auch ein regenreiches Jahr wie 2021 nicht alles wieder glattbügeln kann? SWR Reporterin Paula Kersten hat recherchiert.

Uwe Nübling ist Wassermeister und Technischer Leiter des Wasserversorgungsverbands Mauracherberg bei Emmendingen. Er versorgt sieben Gemeinden mit Trinkwasser - und ist dafür auch vom Regen abhängig: "Dieses Jahr im Oktober ist es ausnahmsweise extrem grün. Die letzten Jahre, diese Hitzejahre, da hat man um die Jahreszeit kein Laub mehr gesehen."

Weniger Grundwasser als nötig - trotz des vielen Regens

Dieses Jahr war regenreich. Aber: Die Bäume und Pflanzen haben einen großen Teil des Wassers aufgenommen. Deshalb hat sich das Grundwasser nicht so aufgefüllt, so wie es eigentlich nötig gewesen wäre, erklärt Uwe Nübling: "Der überwiegende Teil ist nicht ins Grundwasser gegangen. Das war eigentlich, aus meinem Gefühl, ein unterdurchschnittliches Jahr. Also es war nicht extrem, sondern eher unterdurchschnittlich." 

Wasserknappheit wird im Schwarzwald und in Südbaden mittelfristig zu einem Problem (Foto: SWR)
Im Schwarzwald gibt es zu wenig Grundwasser - mancherorts wird das Trinkwasser knapp

Hydrologe: Trockene Dreisam eine ökologische Katastrophe

Immerhin: Hier unten im Tal ist noch genug Wasser da. Was weiter oben im Schwarzwald schon anders aussieht. Grundwasser gibt es hier vielerorts nicht genug - deshalb wird manchen das Trinkwasser knapp. Jens Lange ist Hydrologe an der Uni Freiburg. Er forscht seit vielen Jahren zu Dürre in Baden-Württemberg: "Wir hatten teilweise Wasserstände, die sehr niedrig waren und teilweise fiel die Dreisam komplett trocken. Und denken sie mal, sie sind ein Fisch - ökologische Katastrophe, das ganze Ökosystem bricht zusammen." 

Forscher erwarten noch heißere und trockenere Sommer

Die Dreisam im Sommer 2018: trocken gelaufen. Die Trockenheit in den vergangenen Jahren ist eine Folge des Klimawandels. Simulationen der Forscher zeigen, dass die Sommer auch in Zukunft heißer und trockener werden, so Jens Lange weiter: "Da können Sie sich jetzt vorstellen, wenn es gleichzeitig wärmer und trockener wird im Sommer, dann werden sich diese Extremereignisse also diese extremen Wassermangelsituationen verstärken und die werden noch öfter auftreten. Damit rechnen wir."

Wasserknappheit wird im Schwarzwald und in Südbaden mittelfristig zu einem Problem (Foto: SWR)
Trocken gelaufene Dreisam ist für Freiburger Hydrologen eine ökologische Katastrophe

Wassermeister warnt vor Übernutzung des Wasser-Kontingents

Zurück zum Wassermeister Uwe Nübling. Er merkt, wie der Wasserverbrauch in heißen Jahren ansteigt: "Also die Gefahr besteht halt darin, dass dieses Kontingent, das hier zur Verfügung steht, übernutzt wird. Also da muss man halt schon frühzeitig die Weichen stellen, dass nicht jeder einfach irgendwas zu beanspruchen hat." 

Trinkwasserversorgung, so viel ist klar, muss langfristig gedacht werden. Noch gibt es vielerorts genug Wasser. Aber wie lange das noch so bleibt, wird immer ungewisser.

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