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Vor dem Landgericht Waldshut sind heute drei Männer wegen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs zu Haftstrafen zwischen mehr als drei Jahren und zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Sie hatten über längere Zeit Spielautomaten manipuliert und so mehrere 10.000 Euro kassiert.

Ganze Tage und Nächte haben die Männer in Spielotheken verbracht. Hätten sie diese Zeit in ehrliche Arbeit investiert, hätten sie durchaus auch viel Geld verdienen können, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

Softwarefehler ausgenutzt

Die Männer hatten den Softwarefehler eines Spiels ausgenutzt. Bei einer bestimmten Anzahl von Freispielen zogen sie den Stecker der Automaten. So wurden aus wenigen Cent mehrere Euro, und die Spieler konnten in vielen Fällen unbehelligt weiterspielen, bis der Automat leer war. Mit diesem sogenannten Steckertrick sollen die drei Angeklagten und drei weitere Helfer Spielotheken in Lahr (Ortenaukreis), Tuttlingen, Schramberg (Landkreis Rottweil), Spaichingen (Landkreis Tuttlingen), Laufenburg, Albbruck und Bad Säckingen (alle Landkreis Waldshut) um mehrere 10.000 Euro gebracht haben.

Nach zwei Monaten aufgeflogen

Der Hauptangeklagte aus München kannte den Trick und suchte sich in ganz Deutschland Helfer. 20 Prozent des Gewinns kassierte der Kopf der Bande. Den Rest steckten die Mittäter laut Anklage für sich ein. Nach rund zwei Monaten flog der Betrug auf. In allen Fällen handelte es sich um ein Glücksspiel namens Sindbad. Inzwischen wurde die Software des Spiels laut Hersteller überarbeitet und der Fehler behoben.

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