Die Freie Waldorfschule in Freiburg St. Georgen: Hier gab es vor Kurzem einen Corona-Ausbruch. Schülerinnen und Schüler wehren sich jetzt gegen Vorverurteilungen. (Foto: SWR, Sebastian Bargon)

Offener Brief an die Medien

Corona-Ausbruch und ungenügende Maskenatteste: Freiburger Waldorfschüler wehren sich

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Nach einem Corona-Ausbruch haben Schülerinnen und Schüler einer Freiburger Waldorfschule einen offenen Brief verfasst. Darin distanzieren sie sich explizit von Corona-Leugnern.

Oberstufenschülerinnen und -schüler der Freien Waldorfschule Freiburg St. Georgen haben kritisch auf die Medien-Berichterstattung über Coronafälle an ihrer Schule reagiert. In der Einrichtung war diesen Monat ein Corona-Ausbruch bekannt geworden. Nach einer Zirkusvorstellung und einem Kindergeburtstag kam es in der Freien Waldorfschule St. Georgen zu einem Corona Ausbruch mit 117 Infizierten.

Daraufhin hatte die Schulaufsicht des Regierungspräsidiums Freiburg die Maskenatteste der Schulgemeinschaft geprüft. Das Ergebnis: Keines der 55 eingereichten Atteste hielt der Prüfung stand.

Klare Distanzierung von Corona-Verschwörungen und Impfgegnern

In dem offenen Brief an die Medien heißt es nun, dass die Berichterstattung über diesen Vorfall zu einem undifferenzierten Bild über die Schule sowie über die Schülerinnen und Schüler geführt habe.

Dass die Corona-Thematik zum "vorurteilsgeprägten Generalangriff gegen die Waldorfpädagogik dieser schulischen Einrichtung missbraucht wird, möchten wir explizit nicht auf uns sitzen lassen", so die Jugendlichen.

Man distanziere sich von jeglichen wilden Verschwörungstheorien, Impfgegnern oder Maskenverweigerern - und auch von Menschen, die sich "fingierte" Atteste besorgt haben. Die Schülerinnen und Schüler wollten sich nur "ungern in die Ecke verschwurbelter, esoterisch angehauchter, weltfremder und gesellschaftsunfähiger Spinner stellen lassen", heißt es in dem Brief weiter.

Fernunterricht an mehreren Waldorfschulen

Unterdessen mussten mehrere Waldorfschulen in der Region bereits auf Fernunterricht umstellen. An der Waldorfschule im Freiburger Stadtteil Wiehre können nur noch die Grundschulkinder in Präsenz unterrichtet werden.

Ab Klasse fünf wurden die Schülerinnen und Schüler wegen Corona-Fällen und Quarantänesperren nach Hause geschickt. Das Gesundheitsamt hat auch die Waldorfschule in Emmendingen und die Waldorf-nahe Freie Schule im Elztal geschlossen. Dort ist die nächsten 14 Tage kein Präsenzunterricht möglich.

Arzt aus Staufen wegen falscher Atteste bald vor Amtsgericht

Die Auseinandersetzung um die vielen Maskenbefreiungs-Atteste an der Waldorfschule Freiburg St. Georgen beschäftigt mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft. Sie hat einen Strafbefehlsantrag gegen einen Arzt aus Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) gestellt, der mehrere solcher Atteste für Schüler der Waldorfschule Freiburg St. Georgen ausgestellt haben soll.

Da er gegen die Zahlung einer Geldstrafe Einspruch eingelegt hat, wird nun eine Hauptverhandlung am Amtsgericht nötig. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

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