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Edmund Heckler, einer der Gründer des Oberndorfer Waffenherstellers Heckler und Koch, soll tief in Nazi-Verbrechen verstrickt gewesen sein. Nun reagiert das Unternehmen und will das Thema aufarbeiten lassen.

Als Prokurist einer Firma im sächsischen Taucha soll Edmund Heckler Zwangsarbeiter äußerst grausam behandelt haben. Das schreibt die "Bild am Sonntag" und beruft sich dabei auf Dokumente aus verschiedenen deutschen Archiven. Es wird auch von Todesfällen berichtet. Dass Hecklers Vergangenheit lange unbekannt blieb, erklärt ein Historiker damit, dass Heckler zu Zeiten der Entnazifizierung lediglich als Mitläufer eingestuft worden war. Er ist 1960 gestorben. Das Unternehmen Heckler und Koch will nun einen Experten beauftragen, dem Sachverhalt nachzugehen; die Berichte hätten für große Betroffenheit gesorgt, hieß es. Die "Kritischen Aktionäre" um den Friedensaktivisten Jürgen Grässlin fordern eine Umbenennung der Firma.

Aufsichtsrat setzt auf Transparenz

Am Montag hat sich auch der designierte Aufsichtsrat der Heckler und Koch AG mit Sitz in Oberndorf am Neckar (Kreis Rottweil) mit der Vergangenheit des Unternehmensgründers Edmund Heckler beschäftigt. Niemand bei Heckler und Koch habe die Absicht, die Geschichte zu verfälschen oder nicht aufzuarbeiten, heißt es aus der Firmenzentrale in Oberndorf. Man setze auf Transparenz und nehme das nun zum Anlass, auch die Vergangenheit der anderen beiden Firmengründer Theodor Koch und Alex Seidel zu beleuchten. Die Ergebnisse sollen dann auch veröffentlicht werden. Eine im Jahr 1999 erschienene Firmenchronik hat der Historiker Christopher Kopper als unkritisch und lobhudelnd bezeichnet. Heckler und Koch hält dagegen: Das Buch stelle sachlich dar, was damals über die Firmengründer bekannt gewesen sei.

Halbjahresbilanz 2020 Heckler & Koch macht 7,6 Millionen Euro Gewinn

Erstmals seit mehreren Jahren hat das schwäbische Waffenunternehmen wieder einen Gewinn erwirtschaftet - im ersten Halbjahr 2020 waren es 7,6 Millionen Euro.  mehr...

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