Omikron-Welle wird auch in Südbaden erwartet

Feuerwehr, Krankenhäuser und Versorger sind gut vorbereitet

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Die sogenannte "kritische Infrastruktur" in der Region rüstet sich für die Omikron-Welle. Damit sind südbadische Kliniken, Energieversorger, Polizei und Feuerwehr gemeint.

Die Feuerwehr von Weil am Rhein hatte in diesem Jahr mehr als 370 Einsätze, mehr als das Jahr Tage hat. Trotzdem ist sie von Corona-Infektionen verschont geblieben. Eine neue Dienstanweisung soll nun dafür sorgen, dass das auch in der Omikronwelle so bleibt, sagt Vize-Feuerwehrkommandant Markus Utke: "Neben den bereits bestehenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen, haben wir unsere Dienstanweisung dahingehend verschärft, dass grundsätzlich eine FFP2-Maske getragen werden muss." Ebenfalls neu sei eine Testpflicht unmittelbar nach jedem Einsatz, um eine mögliche Infektion rasch zu erkennen und die Zahl der Kontaktpersonen so gut es geht zu begrenzen, ergänzt er. 

In Weil am Rhein ist auch Deutschlands oberster Katastrophenschützer zu Hause: Armin Schuster, langjähriger CDU-Bundestagsabgeordneter und jetzt Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit Sitz in Bonn. Deutschlands kritische Infrastruktur wird der Pandemie weiterhin Stand halten. Davon ist er überzeugt.

"Vor allen Dingen die kritischen Infrastrukturen, also Energie, Gesundheit, IT, Logistik, Ernährung, da ist man sehr wachsam. Da sind die Pandemiepläne jetzt aktuell."

Das gilt auch für die Lörracher Kreiskliniken. Dort wurde nun Personal ausgebildet, das auf der Intensivstation aushelfen kann, falls Intensivpfleger ausfallen sollten. Klinik-Geschäftsführerin Kathrin Knelange verweist auf einen Eskalationsplan mit Luft nach oben. Er ist für den Fall gedacht, dass viele Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter gleichzeitig an Corona erkranken.

"Am Ende des Tages werden wir natürlich auch über Urlaubssperren sprechen müssen, über 12-Stunden-Dienste - und eben die Mitarbeiter dort konzentrieren, wo wir sie brauchen." 

Damit Strom und Gas auch in Krisenzeiten fließen, braucht es wenig Hände. Das meiste geschieht automatisch. Bei Störungen vertraut der Energieversorger Badenova darauf, dass sich im Krankheitsfall die verschiedenen Wartungstrupps in Südbaden gegenseitig vertreten - für den Extremfall hat sich Badenova vertraglich sogar Unterstützung durch kommunale Betriebshöfe oder Firmen vor Ort gesichert. Auch in der Leitwarte, der Schaltzentrale für Strom, Gas und Wasser, hat Badenova laut Sprecher Roland Weis alle Vorkehrungen getroffen.

ein Becken gefüllt mit Trinkwasser  (Foto: SWR)
Vorkehrungen zur gesicherten Wasserversorgung sind getroffen.

"Dort herrscht ein 24-Stunden-Mehrschichtbetrieb. Sie arbeiten jeweils autark und innerhalb dieser Schichten herrschen auch strenge Abstands- und Hygieneregeln. Von der Maskenpflicht über 3G bis zu den täglichen Tests." 

Die Frage der kritischen Infrastruktur und wie die Polizei für den Omikron-Ernstfall aufgestellt ist, wird in Baden-Württemberg als so wichtig angesehen, dass Medienanfragen nicht von den Polizeipräsidien, sondern vom Innenministerium beantwortet werden. Ministeriumssprecher Renato Gigliotti sagt, dass die Pläne der Polizei für den Fall der Fälle bereits seit dem Frühjahr bestünden. Der Plan setzt darauf, dass etwa das Personal eines weniger betroffenen Polizeipräsidiums einem anderen aushilft.

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