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Mit Beginn der Pandemie werden dem Journalisten Hubert Matt-Willmatt alle Aufträge storniert. Sein Pressebüro war plötzlich ohne jegliche Perspektive. Dafür gab ihm der Weinberg eine.

Die Corona Pandemie hat dazu geführt, dass im Tourismus seit Wochen und Monaten zum Teil so gut wie nichts mehr geht. Zehntausende von Menschen sind direkt davon betroffen in Restaurants und Hotels in einer Ferienregion wie dem Schwarzwald. Einschränkungen und Lockdown haben sich aber auch auf Existenzen ausgewirkt, die nicht direkt am Tourismus hängen. Ein Beispiel dafür ist der Freiburger Historiker und Journalist Hubert Matt-Willmatt, der zusammen mit seiner Frau Beate Kierey ein Pressebüro für Tourismus-Themen betreibt. Hubert Matt-Willmatt hat anderswo Arbeit gefunden und seine Erfahrungen in einem Radiofeature festgehalten.

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Auf der Suche nach neuen Herausforderungen

Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Gleich im vergangenen Frühjahr war das so. Wo kein Tourismus mehr stattfindet, braucht es auch keine Pressearbeit mehr: "Es ist Corona, alles abgesagt, storniert - ohne zeitliche und vor allem ohne jede finanzielle Perspektive", sagt Matt-Willmatt. Es gab keine Aufträge mehr, aber seltsamerweise genügend Arbeit an anderer Stelle - und zwar im Weinbau. Die Betriebs- und Erntehelfer aus Osteuropa durften nämlich nicht einreisen. Hubert Matt-Willmatt tauschte die Computertastatur mit der Rebschere und musste zuerst lernen, wie er damit umzugehen hat.

Dankbare Hilfe für seinen Lehrmeister

Der Winzer Franz Schmid in Oberrotweil am Kaiserstuhl wurde sein Lehrmeister und die Arbeit im Rebberg sein neuer Broterwerb. Schmid erinnert sich noch gut an Matt-Willmatts Anruf: "Ich war überrascht. Wir haben alle nicht gewusst, was auf uns zukommt. Uns ist es ja auch ähnlich gegangen, wir machen 50 Prozent unseres Umsatzes mit Gastronomie. Dann haben wir uns besprochen. Arbeit gibt’s, der Weinberg steht nicht still. Das hat sich alles gut entwickelt. Es war auch sehr schwierig, Leute zu bekommen, die mussten erstmal 14 Tage in Quarantäne."

Die Natur gibt den Takt vor

Hubert Matt-Willmatt hat die einzelnen Stationen eines Jahres im Weinberg kennengelernt. Höhepunkt: Die Ernte, das Herbsten. Eimerkunde im Weinberg. Die Arbeit im Weinberg findet bei jedem Wetter statt. Die Natur gibt den Takt vor. Im Herbst kommen dann auch Einsätze im Weingut selbst dazu.

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