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Auch im Elsass breiten sich Mutationen aus. Dennoch bezweifeln französische Virologen, dass es sinnvoll sei, alle Varianten aufzuspüren. Sie befürchten einen Zeit- und Geldverlust.

Zuerst waren mutierte Viren in einer Schule und einer Seniorenresidenz in Straßburg gefunden worden. Inzwischen gibt es weitere Varianten. Im Falle einer Ansteckung gelten aber immer die gleichen Vorsichtsmaßnahmen plus Quarantäne. Deshalb kritisieren Virologen die Bestimmung der Mutationen als teure Zeit- und Energieverschwendung.

Samira Fafi-Kremer, Virologin am Universitätskrankenhaus in Straßburg sagt dazu: "Um den Überblick zu haben, welche speziellen Virus-Varianten zirkulieren, müssten wir von allen positiven Tests täglich zusätzliche Auswertungen machen. Aber es ist doch illusorisch, dass wir spezielle therapeutische Maßnahmen gegen alle Varianten ergreifen könnten, die bei uns in Umlauf sind."

Da Patienten mit und ohne Mutationen gleich behandelt werden, haben sich 200 Krankenhaus-Virologen aus ganz Frankreich per Brief an das Gesundheitsministerium gewandt. Sie fordern, dass andere Strategien gegen Covid-19 Vorrang haben sollen.

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