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Im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend forscht" sind ein Schüler und zwei Schülerinnen aus der 5. und 6. Klasse der Hebelschule in Schliengen für ihren "Coronaviren-Absauger" mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden.

Schnelltests, Onlineunterricht, CO2-Messgeräte und vielleicht Luftfilter im Klassenzimmer - auf vielen Ebenen versucht man, des Virus und seiner Verbreitung Herr zu werden. Ein Thema, das auch schon junge Schüler beschäftigt. An der Gemeinschaftsschule haben sich Fünft- und Sechstklässler auf die Suche nach einer praktikablen Lösung gemacht.

Wie eine Dunstabzugshaube in der Küche

Was sich anhört, als würde man in einem Zug sitzen, ist das Geräusch der Absauganlage im Klassenzimmer. "Es ist ja nicht so laut wie ein normales Zimmergespräch. Man schaltet es im Kopf aus, wenn man sich auf die Aufgaben konzentriert", erklärt Lisa Umlandt, die ein handliches Messgerät an einen der vielen Ansaugstutzen an der Decke hält. Um die 70 Dezibel werden angezeigt. Über jedem Sitzplatz befindet sich solch ein Stutzen, an manchen sind trichterförmige Schirme angebracht, die eine größere Raum-Abdeckung erlauben.

Darauf ist Lotta Blank besonders stolz: "Die Schirme, mit denen wir absaugen, das Highlight, haben wir mit Papier gebaut. Bei den Rohren mussten wir erst mal gucken, wie viele wir brauchen und wie lang sie sein müssen." Seither hängt ein U-förmiges Konstrukt an der Decke, bestehend aus Plastikrohren, wie sie beispielsweise auch für Regenwasser genutzt werden. Angeschlossen ist das Ganze an der Dunstabzugshaube, die die Schule ohnehin für Versuche im Fach Chemie benutzt.

Anlage reduziert CO2-Belastung

Moritz Arts erzählt, wie er und seine zwei Mitschülerinnen auf die Idee kamen, die Anlage zu bauen: "Wir dachten, was ist denn gerade aktuell, was würde denn der Schule helfen? Dann kamen wir auf Corona, dann auf Aerosole und dann auf eine Absauganlage für Aerosole." Dass die Anlage funktioniert, testeten die Schüler im Versuch mit zehn Mitschülern. Mittels einer CO2-Messung ermittelten sie eine Kurve, die eindeutig ist: Beim Einschalten der Anlage stieg die CO2-Belastung nicht so stark an, wie zuvor.

Lösungsansatz für weitere Einrichtungen

Physiklehrer Georg Kirsch fasst das Ergebnis so zusammen: "Bei uns haben wir 240 Kubikmeter, die sind in 38 Minuten einmal durch. Das heißt in einem 45 Minuten-Unterrichtstakt wäre die Luft jetzt einmal durch gewechselt. Diese Luft trägt dann viel weniger Aerosole." Die Arbeit der jungen Forscher ist effektiv und ist mit 400 Euro Materialkosten auch nicht zu teuer, vorausgesetzt man schließt die bereits vorhandene Absauganlage an. Eine Anlage also, die Schule machen könnte – darüber hat sich der Schliengener Gemeinderat vor Ort auch schon schlau gemacht.

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