Glasfaser nur für eine Straßenseite (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Haus-Anschlüsse bis August 2022

Startschuss in Region Freiburg: Glasfaser für schnelles Internet

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Owusu Künzel

In Stadt und Region Freiburg sind die Arbeiten für Glasfaser-Anschlüsse gestartet. Das Ziel: Internet mit bis zu 1 Gigabit Datenrate ab August 2022.

Wo bisher richtig weiße Flecken waren, gibt es Zuschuss vom Land für die Anbieter, die Leitungen legen: Telekom, Vodfafon, deutsche Glasfaser. Kunden, die vor Baubeginn schon für einen Anschluss zeichnen, versprechen sie dafür Rabatte für die Anschlusskosten. Aber: Wozu brauche ich denn überhaupt Glasfaser ins Haus? Lohnt es sich, früh zuzuschlagen oder kann ich warten? Und wie sieht es aus, wenn ich später den Anbieter wechseln will? Gut zu wissen.

Im Moment versuchen viele Internetanbieter neue Verträge für schnelleres Internet abzuschließen. Das Stich- und Zauberwort heißt: Glasfaserkabel. Das neue Netz soll so leistungsstark sein, dass Arbeiten und Lernen von Zuhause, aber auch Video-Konferenzen, Surfen und Streamen gleichzeitig möglich sein sollen. Mal eben per WhatsApp den Bruder anrufen - für den Unternehmer Leander Jung-Lüdemann in Teningen-Köndringen gestaltet sich das manchmal ganz schön schwierig. Denn seine Internetleitung lässt viele Wünsche offen. Von den versprochenen 1.000 Megabit pro Sekunde kommt kaum Hälfte an. Daher freut er sich schon auf seinen neuen Glasfaseranschluss.

Welchen Vorteil hat Glasfaser?

Leander Jung-Lüdemann meint: "Glasfaserkabel für richtig schnelles Internet ist immer noch selten. Wer aktuell im Internet surft, nutzt oft veraltete Kupferkabel. Mich nervt das maßlos, weil ich Unternehmer bin. Ich bin oft auch zuhause mit den Kindern und der Familie, um dann natürlich auch ein bisschen arbeiten zu können. Ich bin auf das Internet angewiesen und wenn ich dann nicht mal auf meinen Server zugreifen kann, weil die Internetleitung nicht funktioniert, da hab ich schon teilweise einen richtig dicken Hals bekommen."

Oliver Buttler von der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg: "Ganz viele Internetanbindungen brauchen einfach ein schnelles Netz und insofern ist Glasfaser fast für jeden von uns im Endeffekt Grundvoraussetzung, um richtig digital teilhaben zu können."

Gerade am Abend, wenn mehr Menschen zu Hause sind, macht der Stream oft Probleme. Von der Anbindung an das schnellere Glasfasernetz verspricht sich Leander Jung-Lüdemann neben einer höheren Geschwindigkeit auch einen besseren Service. Doch bis es so weit ist, dauert es noch. Im August 2022 soll dann Glasfaser zur Verfügung stehen. Es wird mit Hochdruck ausgebaut. Wie in Freiburg werden aktuell vielerorts in der Region Glasfaserkabel unter den Straßen verlegt.

Wie bekomme ich Glasfaser?

Diese Frage muss in der Regel immer mit dem Internetanbieter geklärt werden. Bis das Glasfasernetz in ganz Baden-Württemberg vorhanden sein wird, kann es noch mehrere Jahre dauern, so Oliver Buttler: "Teilweise sind Glasfasernetze schon vorhanden, so dass man hier im Endeffekt nur mit seinem Anbieter klären muss, ob die Möglichkeit besteht den Vertrag auch auf Glasfaser umzuändern. Meist kommt es vor, dass hier natürlich etwas mehr Kosten anfallen. Aber man muss auch feststellen: In Teilbereichen Baden-Württembergs haben wir noch gar kein Glasfaser. Da muss es erst noch verlegt werden."

Bis zu 1 Gigabit pro Sekunde soll in Zukunft dank der neuen Technologie möglich sein, das ist mindestens viermal so schnell wie heute. Für die Kunden kann es sich auch finanziell lohnen. Verbraucher sparen bei vielen Anbietern bis zu 3.000 Euro, wenn sie sich frühzeitig für einen Glasfasernetz-Anschluss entscheiden. Hierbei ist immer wichtig die Konditionen und das Kleingedruckte sehr genau zu lesen.

Wie lange bin ich an den Vertrag gebunden?

Auf diese Frage antwortet Oliver Buttler von der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg: "Prinzipiell sind Telekommunikationsverträge bis maximal 24 Monate möglich. Ein Neuvertrag wird üblicherweise als ein 24-Monatsvertrag abgeschlossen, der sich dann jeweils um ein weiteres Jahr verlängert - sofern man ihn nicht kündigt."

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