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Angepasst ans Klima, die Lebensumstände und die verfügbaren Baustoffe - der traditionsreichen Baukultur im Schwarzwald will der Verein "bauWERK SCHWARZWALD" ein neues Gesicht geben.

Der Ende Juli gegründete Verein "bauWERK SCHWARZWALD" wird dabei vom Land Baden-Württemberg finanziell unterstützt - drei Jahre lang mit jeweils 250.000 Euro. SWR4-Moderator Matthias Schlott im Interview mit Stefan Kudermann, dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden.

Matthias Schlott: Herr Kudermann, was genau ist denn das Ziel Ihres Vereins?

Stefan Kudermann: Das Ziel unseres Vereins ist, dass wir dem Schwarzwald ein Gesicht geben. Das heißt, wenn man nach Vorarlberg blickt, hat man da Gebäude und Architektur im Kopf und sowas möchten wir auch dem Schwarzwald verleihen. Also wenn jemand an den Schwarzwald denkt, dass er nicht nur an den Bollenhut denkt, sondern auch an Gebäude und Architektur, an die Menschen. Das ist uns wichtig.

Sebastian Wehrle (Foto: Fotograf)
Tradition und Moderne will der Verein "bauWERK SCHWARZWALD" bei seinen architektonischen Projekten vereinen. Ob er damit genauso erfolgreich sein wird wie Künstler Sebastian Wehrle, wird sich zeigen. Fotograf

Matthias Schlott: Wie beurteilen Sie denn die aktuellen Bauentwicklungen im Schwarzwald in Bezug auf ihren Ansatz und ihre Wünsche?

Stefan Kudermann: Die alten Schwarzwaldhöfe haben sehr viel Prägendes für den Schwarzwald gemacht. Da waren mehrere Generationen unter einem Dach - das ist auch unsere Philosophie: Wir müssen schauen, dass wir mehr Mehrgenerationengebäude bauen: Wo Jung und Alt wieder zusammen sind. Wo nicht jedes Haus eine eigene Heizung braucht, sondern dass man richtige Konzepte für Neubaugebiete entwickelt und das gesamtheitlich betrachtet wird. Das sind alles Ressourcen, die wir auf Zukunft nicht mehr ausgeben können.

Historischer Schwarzwald-Bauernhof (Foto: SWR)
Historischer Schwarzwald-Bauernhof im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach (Kinzigtal)

Matthias Schlott: Wie wollen Sie ihre Ziele umsetzen, wenn Sie dann möglichst viele Partner mit im Boot haben?

Stefan Kudermann: Wir wollen über's Fernsehen und über's Radio versuchen, eine breite Masse zu bekommen. Wir wollen den Schwarzwald "relaunchen", also ihm wirklich ein peppiges und schönes Gesicht geben, sodass Tradition und Moderne auch zusammenkommen.

Matthias Schlott: Wie genau könnte denn so eine aktuelle Fortentwicklung traditioneller Baukultur aussehen, wenn man kein Schwarzwaldmuseum bauen will? Darauf soll es ja hinauslaufen.

Stefan Kudermann: (lacht) Nein, es soll kein Schwarzwaldmuseum geben. Da wird es verschiedene Workshops geben, wo wir aus unterschiedlichsten Bereichen Leute zusammenführen wollen. Das soll gemeinschaftlich entwickelt werden. Wir sind ja ein Team von drei Vorständen und wir werden das sicherlich nicht allein schaffen. Da sind wir auch auf Hilfe von anderen angewiesen. Das wird jetzt über eine Webseite aufgebaut, wo man sich dann auch anmelden kann, wenn man Interesse hat. Da brauchen wir allerdings noch etwas Zeit. Wichtig sind derzeit unsere Kanäle in den sozialen Medien, da werden viele Informationen veröffentlicht.

Matthias Schlott: Welche Partner wünschen Sie sich denn und wen brauchen Sie noch dringend?

Stefan Kudermann: Schön wäre, wenn viele Gemeinden und Städte noch mitmachen. Die wollen wir unbedingt mitnehmen auf dem Weg zu den modernen Neubaugebieten. Es soll schwarzwaldtypisch werden. Da brauchen wir die Unterstützung von Städten und Gemeinden, Vereinen, Instituten, Privatpersonen. Wer Interesse hat, kann gerne mitmachen. Die Förderung läuft nach dem dritten Jahr ab, dann müssen wir auf eigenen Beinen stehen.

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