STAND

Kurz vor der US-Wahl gehen Experten von einer Rekordbeteiligung aus. Bis zu 150 Millionen Amerikaner könnten ihre Stimme abgeben. Nicht alle davon leben aber gerade in den USA. Dan Mosgaller etwa studiert zurzeit im Schwarzwald.

Von den USA hat es Dan Mosgaller mitten in den Schwarzwald verschlagen - genauer gesagt ins idyllisch gelegene Linach bei Furtwangen. Hier lebt er seit September bei seiner deutschen Freundin und studiert in Villingen-Schwenningen International Business Management. 6.600 Kilometer Luftlinie sind es bis zum weißen Haus nach Washington. Abgeschnitten von den Ereignissen in seinem Heimatland fühlt sich Dan aber nicht.

"Egal bei welcher Wahl, aber insbesondere bei dieser, wird es jetzt sehr intensiv. Wenn du Fernsehen schaust, siehst du viele Wahl-Werbespots. Jeder redet darüber. Wenn es mir zu viel wird, habe ich es hier zumindest ein wenig einfacher."

Dan Mosgaller, US-Student in Villingen-Schwenningen

Natürlich hält sich Dan Mosgaller auch hier auf dem Laufenden, schließlich hat er bereits Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Das Internet hilft ihm dabei, aber er steht auch in Kontakt zu Freunden und Familie in den USA: "Es ist in gewisser Weise amüsant, da manche von ihnen stark in die eine Richtung, andere stark in die andere Richtung tendieren. Deshalb ist es interessant zu hören was sie zu sagen haben und welche Sichtweise sie einer Situation geben wollen." Dan selbst sagt über die Kandidaten: "Ich wünschte wir hätten bessere Optionen - aber trotzdem: Wir haben, was wir haben".

Die sanften Hänge in Linach, die dahinter aufsteigenden Bäume, ein schön hergerichteter Hof - das ist Dan Mosgallers neues Zuhause. Als Auslandsstudent interessiert ihn gerade deshalb im Wahlkampf auch die Auslandspolitik: "Ich bin jemand, der daran glaubt, dass wir besser sind, wenn wir zusammenarbeiten. Ich hoffe, der nächste Präsident, den wir haben, ist in der Lage Menschen zusammenzubringen - sowohl in den USA als auch auf der Welt."

Schon bevor er nach Deutschland geflogen ist, hat er sich um die Briefwahl gekümmert. Die Unterlagen wurden ihm direkt in den Schwarzwald gesandt: "Ich habe gewählt und es per Post zurückgeschickt, hoffentlich mit ausreichend Zeit. Ich habe nichts gefunden, wo ich nachschauen kann, ob meine Stimme angekommen oder ungültig ist."

Trump oder Biden? - Diese Frage werden viele Amerikaner am Dienstag bei ihrer Wahl beantworten. Die große Wahlnacht lässt Dan hier in Deutschland aber vermutlich eher ruhiger angehen: "Bis die Wahl zu Ende ist, ist es hier drei Uhr morgens. Und dann wird ja noch darüber gesprochen, wie es mit den Briefwahlen und den anderen Wahlmöglichkeiten aussehen wird. Wir werden in dieser Nacht vermutlich eher kein verlässliches Ergebnis erfahren. Ich weiß, die Medien hätten das gerne, aber ich denke, es ist besser eine richtige Antwort zu bekommen als eine schnelle."

STAND
AUTOR/IN