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Wegen Brandstiftung ist ein Feuerwehrmann aus Herbolzheim zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Dem Antrag der Verteidigung auf Bewährung folgte das Gericht nicht.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 20 Jahre alte Angeklagte als damals aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Herbolzheim (Kreis Emmendingen) von Mai bis Juli 2019 im Raum Herbolzheim und Umgebung immer wieder landwirtschaftliche Gebäude in Brand gesetzt hatte. Nach seiner Festnahme im Juli hatte der 20-Jährige die Taten bereits gestanden. Bei einigen Bränden hatte er als Feuerwehrmann mitgelöscht.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Keine Bewährung wegen Schwere der Schuld

Die Richterin begründete das Urteil mit der Schwere der Schuld. Es habe sich nicht um eine Einzeltat, sondern um eine ganze Serie gehandelt - bei der ein Schaden von 1,6 Millionen Euro entstanden ist. Auch wenn niemand verletzt wurde, sei das Anzünden der Scheunen, die teilweise im dichtbebauten Ortskern standen, sehr gefährlich gewesen und hätte in Folge das Sicherheitsgefühl der ganzen Region erschüttert. Sein Geständnis hielt die Richterin dem 20-Jährigen zu Gute. Ziel sei es nun, so die Richterin, dass auf den Angeklagten im Jugendstrafvollzug erzieherisch eingewirkt würde und er seine Strafe verbüße. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Jugendstrafrecht verurteilt

Der 20-Jährige wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt, weil er bei der allerersten Tat noch 19 war, so die Richterin. Außerdem fehle es ihm noch an der altersentsprechenden Reife. Er habe die Tragweite seiner Taten zum Tatzeitpunkt nicht ermessen können und sei allgemein sehr verschlossen, auch was sein Motiv angeht. Es blieb auch im Prozess ein Rätsel.

Verteidiger wollte Jugendstrafe auf Bewährung

Der Verteidiger des 20-jährigen früheren Feuerwehrmanns hatte am Donnerstagvormittag für eine Jugendstrafe auf Bewährung plädiert. Das sei erzieherisch geboten. Sein Mandant habe alles gestanden und damit entscheidend zur Aufklärung beigetragen, so Verteidiger Jens Janssen. Im Jugendrecht gehe es nicht um Schuld und Sühne.

Staatsanwalt Thomas Ganser hingegen hatte in seinem Plädoyer eine Jugendstrafe von drei Jahren beantragt. Damit würde der Schwere der Schuld, aber auch dem vorrangig zu berücksichtigenden Erziehungsgedanken Rechnung getragen, argumentierte er.

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