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Als ihr Partner schlafend auf dem Sofa lag, setzte eine heute 44-Jährige ihm einen Metallbohrer an die Stirn. Dafür wurde sie nun in Offenburg zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt.

Die Frau aus Kehl muss für drei Jahre und sechs Monate in Haft. Das Offenburger Landgericht bewertete die Tat als versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Attacke hatte sich im April ereignet – an einem Tag mit Streit und viel Alkohol. Mit dem Bohrer, so die Überzeugung des Gerichts, wollte die Frau ihren Lebensgefährten töten. Gegenüber seiner Schwester soll sie die Tötungsabsicht geäußert haben, außerdem gegenüber einem Polizisten.

Mann soll auch gewalttätig gewesen sein

Wohl weil der Bohrer stumpf war, und weil der Mann aufwachte und sie beiseite stieß, kam er mit Haut- und Gewebeverletzungen davon. Die Richter räumten bei der Urteilsverkündung ein, es sei schwer gewesen, ein Strafmaß zu finden – einerseits, weil die entstandenen Verletzungen gering waren, andererseits, weil die Verurteilte selbst in der Beziehung Opfer von Gewalt war. Der Geschädigte soll sie täglich gedemütigt und auch schon geschlagen und gewürgt haben. Im Prozess war zudem bekannt geworden, dass der Mann bereits wegen eines Übergriffs auf seine Ex-Frau verurteilt worden war, der tödliche Folgen hatte.

Auch die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagte dreieinhalb Jahre Haft gefordert - wegen versuchten Mordes. Die Verteidigung hatte hingegen auf ein Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung plädiert.

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