Blick von oben auf Altstadt mit mehreren Kirchtürmen und verschiedenen älteren Häusern. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Markiian Lyseiko)

Telefonat mit ukrainischem Bürgermeister

Russland-Ukraine-Krise: Freiburgs Oberbürgermeister sichert Partnerstadt Lwiw Hilfe zu

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Anita Westrup und Charlotte Schönberger

Der Bürgermeister der ukrainischen Partnerstadt Lwiw hat Freiburg um Unterstützung im Kriegsfall gebeten. Konkret geht es um Dieselaggregate und technisches Know-how.

Die Lage in der Freiburger Partnerstadt Lwiw (das frühere Lemberg) ist, laut Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn, angespannt. Horn hat sich am Montag mit seinem ukrainischen Amtskollegen per Videoschalte ausgetauscht. Darin bat Lwiws Bürgermeister, Andrij Sadovyj, Freiburg um Unterstützung.

Dieselaggregate für ukrainische Partnerstadt

Die Wasser- und Stromversorgung müsse im Ernstfall sichergestellt werden. Ebenso die medizinische Infrastruktur. Freiburg sichert der Partnerstadt technische Hilfestellung und Knowhow zu - etwa mithilfe von Dieselaggregaten, um die Stromversorgung in Lwiw im Falle eines Krieges aufrechterhalten zu können.

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Freiburger Oberbürgermeister weist auf Grenzen der Städtepartnerschaft hin

Martin Horn betont die Bedeutung der Städtepartnerschaft in Krisenzeiten. So fühlten sich auch Freiburgerinnen und Freiburger mit der Stadt im Westen der Ukraine verbunden. Das habe auch die Demonstration am Sonntag in der Freiburger Innenstadt gezeigt. Gleichzeitig weist Horn aber auch auf die Grenzen der Städtefreundschaft hin.

"Wir unterstützen und stehen an ihrer Seite. Wir können allerdings keine eigene Außenpolitik betreiben."

Ukrainische Schüler trainieren mit Holzgewehren

Lwiw bereite sich, so Horn, seit einem halben Jahr auf den Kriegsfall vor. So würden Zivilisten und auch Schüler in Schulen mit Holzgewehren trainieren und sich mit dem schlimmsten Szenario befassen.

Die Freiburger Partnerstadt Lwiw (das frühere Lemberg) liegt rund 70 Kilometer von Polen entfernt. (Foto: SWR)
Die Freiburger Partnerstadt Lwiw (das frühere Lemberg) liegt rund 70 Kilometer von Polen entfernt.

Umzug zahlreicher ausländischer Botschaften nach Lwiw

Die siebtgrößte Stadt der Ukraine, mit rund 720.000 Einwohnern, hat in der vergangenen Woche außenpolitisch an Bedeutung gewonnen. Zahlreiche Botschaften sind aus Sicherheitsgründen aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Lwiw umgezogen - zuletzt die israelische. Lwiw liegt rund 70 Kilometer von Polen entfernt.

USA zieht Botschaftspersonal aus Lwiw ab

Nach den dramatischen Entwicklungen in der Nacht zum Dienstag haben die USA jetzt ihr gesamtes Botschaftspersonal aus Lwiw nach Polen verlagert. Nach Medienberichten ist das US-diplomatische Corps dort in einem Hotel untergebracht.

"Die US-Diplomaten verbringen aus Sicherheitsgründen die Nacht in Polen."

Sie sollen aber regelmäßig in die Ukraine zurückkehren, "um ihre diplomatische Arbeit in der Ukraine fortzusetzen und konsularische Notdienste anzubieten", führt der US-Außenminister aus. In der vergangenen Nacht hat der UN-Sicherheitsrat zur aktuellen Lage im Russland-Ukraine-Konflikt getagt und die Verlegung russischer Truppen in die Separatistengebiete Luhansk und Donezk scharf verurteilt. Die USA und die Europäische Union wollen noch am Dienstag Sanktionen gegen Russland auf den Weg bringen.

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Anita Westrup und Charlotte Schönberger