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Ladentür auf oder zu? Mit Termin oder ohne? Click und Collect oder Click und Meet? Was ist das überhaupt alles? Und was heute gilt ist morgen schon wieder verboten? Fragen über Fragen.

So richtig blickt derzeit niemand durch im südbadischen Shopping-Wirrwarr. Trotzdem kann es ja sein, dass jetzt jemand dringend mal wieder neue Schuhe, einen Duschvorhang oder eine neue Glühbirne braucht. Doch wo darf man hin und wie kommt man dort an seine Einkäufe? SWR-Reporterin Petra Jehle versucht Licht in den Dschungel der aktuellen Einkaufsregeln zu bringen.

Corona ist traurig und deprimierend genug. Deshalb versucht SWR-Reporterin Petra Jehle das WirrWarr spielerisch aufzudröseln und stellt sich die Einkaufsregeln für die Landkreise als Bundesliga-Tabelle vor. Und dabei wird ihr sofort klar: Da ist ganz schön viel Bewegung in diesen Tabellen.

1. Liga: Inzidenzwert dauerhaft unter 50 - Läden offen

Erste Liga sind die Kreise, die dauerhaft einen Inzidenzwert unter 50 haben. Inzidenzwert 50 bedeutet im Schnitt weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und das über eine Woche. Wer das schafft, gehört zu den Erfolgreichen und darf ganz oben mitspielen. Die Geschäfte haben die Türen offen. Nur die Anzahl der Kunden im Laden ist noch begrenzt. In der erten Bundesliga spielt nicht nur der Sportclub, sondern auch die Stadt Freiburg. Mit Inzidenzen von zuletzt 45, 50 und am Freitag 49. Die Zahlen zeigen: Freiburg ist auf einem äußerst gefährlichen Abstiegsplatz.

2. Liga: Inzidenz über 50 - Shoppen mit Terminabsprache

Besiegelt ist seit Donnerstag der Abstieg für den Ortenaukreis. Er hat seit Wochenbeginn die kritische Inzidenz-Marke von 50 überschritten. Von Samstag an gelten deshalb auch für den Ortenaukreis die Einkaufsregeln der 2. Bundesliga mit weniger Freiheiten. Das heißt: Läden sind offen, dürfen aber nur mit Terminabsprachen betreten werden. Doch wie im Fußball gilt: keine Regel ohne Ausnahme! Darüber wird dann auch schon mal "gestritten". Im Ortenaukreis beurteilt der Spielführer - Landrat Frank Scherer - die Situation nämlich anders. Er beruft sich auf die Regel, dass der Abstieg nur wirksam wird, wenn die Corona-Infektionen über den Kreis verteilt - also diffus - sind. Einzelne Herde, sogenannte Hotspots, könnten heraus gerechnet werden. Doch der Schiedsrichter - in diesem Fall ist das das Sozialministerium - lässt sieht das im Fall Ortenau nicht. Der Abstieg ist also vorerst besiegelt.

In dieser sogenannten zweiten Liga sind seit Wochen auch die Landkreise Waldshut, Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und der Schwarzwald-Baar-Kreis. Am besten platziert ist hier der Schwarzwald Baar Kreis mit Werten von zuletzt zwischen 50 und 60. Breisgau-Hochschwarzwald liegt mit 70 im stabilen Mittelfeld. Die Kreise Lörrach und Waldshut müssen mit Werten von mehr als 80 und 90 weitere Einschränkungen fürchten.

Kreisliga: Inzidenz über 100 - Läden zu, Kontakte beschränkt

Was ein Abstieg in die Kreisliga für sie bedeuten würde, das zeigen die Beispiele in den Kreisen Emmendingen und seit Donnerstag auch Tuttlingen. Drei Tage in Folge wurden die Inzidenzen von 100 überschritten. Das bedeutet: die Türen der Läden sind zu. Bestellungen sind nur noch per Internet oder Telefon möglich. Waren dürfen abgeholt oder ausgeliefert werden. Und was an diesem Abstieg besonders schmerzlich sein dürfte: auch die persönlichen Kontakte werden erneut auf nur eine Person aus einem anderen Haushalt beschränkt.

Rottweil in der Champions-League: Inzidenz unter 35

Weil Fußball trotz allem doch auch etwas Schönes ist, kommt die glücklichste Liga zum Schluss: der Kreis Rottweil. Der schafft es als Einziger in Südbaden sich erfolgreich in der Champions-League zu halten. Die Inzidenz bewegt sich seit Tagen rund um 30. Landrat Wolf-Rüdiger Michel sagt er sei in Anbetracht der Gesamtlage froh - aber auch demütig.

Wichtiger Hinweis:

Alles zu Themen wie Shoppen und Kontakten mit und ohne Einschränkungen, Maskenpflicht und Hygienregeln, Aktivitäten und Einrichtungen, sowie zur aktuellen Corona-Verordnung insgesamt hat die Landesregierung Baden-Württemberg auf ihrer Online-Seite "Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus" in eine detaillierte Übersicht gebracht.

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