Todtnauberg hat das höchst gelegene Freibad in Deutschland (Foto: SWR)

Sommer auf 985 Metern Höhe

Todtnauberg hat das höchst gelegene Freibad in Deutschland

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Unter den Freibädern sticht das in Todtnauberg besonders hervor: Es ist klein, familiär, privat finanziert - und liegt am höchsten in Deutschland.

Endlich ist der Sommer da und damit endlich Wetter fürs Freibad. Freibäder gibt’s ja nun jede Menge im Land, aber so ein paar stechen dann doch besonders heraus. Zum Beispiel das in Todtnauberg. Es ist nicht nur das höchst gelegene in ganz Deutschland, sondern auch noch auf privater Basis über einen Verein finanziert.

Für die beiden Stammgäste Christa Burgath und ihren Mann Gerhard ist das Todtnauberger Freibad längst zu "ihrem Bad", geworden: "Unser Bad - ist ganz wichtig. Und wir freuen uns natürlich, wenn Einzelne schon da sind und uns erwarten. Und wenn nicht, warten wir auf die anderen." Die eiskalte Dusche mit Wasser vom Bach nebenan kann die beiden schon lange nicht mehr schocken. Das Becken ist ja beheizt - 23 Grad. Und wenn Christa und Gerhardt Burgarth erst mal im Wasser sind, kommen sie so schnell nicht wieder raus.

Schöner kann ein Freibad eigentlich nicht liegen

Höher allerdings auch nicht. Fast 1.000 Meter - das bedeutet, immer fünf Grad kälter als unten im Tal. Wenn man hier oben wohnt, dann sei man eigentlich die Temperaturen auch gewöhnt, sagt Christa Burgath. Dass es dort oben nicht so heiß ist und die Sonne nicht immer scheint - das findet sie "einfach schön".

Ein Idylle ist das Bad mitten im Hochschwarzwald auch für Familien. Susanne Huber liebt es, mit ihren Kindern hierher zu kommen: "Das ist für uns wie Urlaub, das ist wie eine Auszeit vom Trubel. Die Hügel hier - ist doch ein schöner Platz. Wir haben durch die Bäume Schatten oder Sonne, wie wir es gern hätten.

Todtnauberg hat das höchst gelegene Freibad in Deutschland (Foto: SWR)
Selbst Kinder engagieren sich für den Erhalt der Freibad-Idylle in Todtnauberg

Höchstes Freibad finanziert ein Verein und Ehrenamtliche

Dass es das Bad in Todtnauberg überhaupt noch gibt, ist ein kleines Wunder, erzählt Christa Burgath: "Wir sind ja auch stolz drauf, dass man hier schon lange dieses Bad hat und dass es  jetzt auch vom Verein finanziell getragen wird - und natürlich auch von der Bevölkerung." Und ihr Mann Gerhard ergänzt: "Das steht ja seit 1935. Früher hat man da den Bach durchgeführt, da hat man ja noch gar keine Wasserleitung gehabt."

Der Bach rauscht immer noch am Bad vorbei, nur das Geld fließt nicht mehr so wie früher. Inzwischen organisiert ein Förderverein ehrenamtliche Helfer und sammelt Spenden ein. Bei Familie Huber haben sogar die Kinder schon mitgeholfen, erzählt Mutter Josephine. Als Geld gebraucht wurde für die Anlage und die Bezahlung eines Rettungsschwimmers haben sie sich entschlossen Geld zu sammeln. Also haben sie Muffins gebacken und im Ort verkauft - und über 500 Euro fürs Bad eingesammelt.

Todtnauberg hat das höchst gelegene Freibad in Deutschland (Foto: SWR)
Das Kiosk im Freibad Todtnauberg: beliebter Treffpunkt in den Badepausen

Freibad-Gäste schätzen den Charme der 30er Jahre

Ein bisschen Charme der 30er Jahre weht immer noch durch das Freibad in Todtnauberg - das "Berger Bad". Die Umkleiden etwa bezeichnet Christa Burgath als "richtige Oldtimer", aber die Menschen hier wüssten das Alte zu schätzen. Da Wasser bekanntlich hungrig macht, gibt's für Zwischendurch auch den kleinen Snack am Kiosk, genauso wie richtige Mahlzeiten. Und außerdem ist das Kiosk neben dem Schwimmbecken in den Badepausen der zweite Treffpunkt für Alt und Jung.

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