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Ein Erdrutsch hat im Elsass einen TGV entgleisen lassen. 22 Menschen wurden verletzt, der Lokführer schwer. Der Streckenabschnitt ist mehrere Tage nicht befahrbar.

Am Unglücksort laufen die Bergungsarbeiten. Laut der französischen Staatsbahn SNCF kann es noch Tage dauern, bis die Strecke wiederhergestellt ist. Die Verbindung zwischen Straßburg und Paris sei wegen des Vorfalls aber nicht unterbrochen. Allerdings fielen am Freitag mehrere Verbindungen vom Pariser Ostbahnhof in die ostfranzösischen Städte Straßburg, Metz und Colmar aus oder waren wegen einer Umleitung verspätet.

Die SNCF vermutet einen Erdrutsch als Ursache des Unglücks. Mit 350 Passagieren hatte der Hochgeschwindigkeitszug am Donnerstagmorgen den Bahnhof Straßburg verlassen und eine knappe halbe Stunde später mit einer Geschwindigkeit von 270 Stundenkilometern die Unfallstelle bei Saverne erreicht. Nach ersten Informationen der französischen Staatsbahn SNCF war dort eine Böschung abgerutscht und das Gleisbett blockiert, so dass der Triebwagen und die vier ersten Waggons entgleisten.

"Dem Lokführer ist es gelungen, die Notbremse zu ziehen, um die Reisenden nicht zu gefährden".

Französische Bahngesellschaft SNCF

Lokführer erlitt schwere Verletzungen

Der Lokführer erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen und wurde per Hubschrauber in ein Straßburger Krankenhaus geflogen. Drei weitere Personen mussten im Krankenhaus in Saverne behandelt werden, 18 Personen wurden leicht verletzt. Die Straßburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Leute neben Zug auf offener Strecke, Rettungswagen (Foto: privat)
privat

Der Bürgermeister der Ortenauer Gemeinde Friesenheim, Erik Weide, saß im hinteren Teil des Zuges und blieb unverletzt. Er berichtete dem SWR von einem heftigen Schlag. Er habe gedacht, der Zug kippe um. Es habe gequalmt, und Funken seien gesprüht. Zwei Hubschrauber seien dann im Einsatz gewesen. Viele Passagiere stünden unter Schock. Sie sollten laut Durchsagen mit Bussen zurück nach Straßburg gebracht werden.

Laut der Straßburger Präfektur entgleiste der TGV nahe dem elsässischen Ort Ingenheim rund 30 Kilometer nordwestlich von Straßburg. Mehr als 200 Einsatzkräfte, Feuerwehr, Polizei und Rettungssanitäter eilten vor Ort. Die Hochgeschwindigkeitszüge können eine Geschwindigkeit von bis zu 320 Kilometern pro Stunde erreichen.

Zuletzt war 2015 ein TGV bei einer Testfahrt auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und Straßburg entgleist. Dabei kamen elf Menschen ums Leben.

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