STAND

Die Situation von Grenzgängern in Südbaden ändert sich erst mal nicht. Entgegen den Prognosen des Ortenauer Landrats Frank Scherer müssen Pendler bei der Einreise vorerst keinen Corona-Test vorlegen.

Das Robert Koch-Institut hat Frankreich vorerst nicht zum Hochinzidenzgebiet erklärt. In der wöchentlichen Einstufung wird Frankreich weiterhin nur als Risikogebiet geführt. Das bedeutet, dass sich die Progrnose des Ortenauer Landrats Frank Scherer (parteilos) bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag nicht bewahrheitet hat. In dem Fall, so Scherer, wäre die sogenannte 24-Stunden-Regelung weggefallen. Er sah deshalb dringend Handlungs- und Abstimmungsbedarf – auf deutscher Rheinseite und mit den Nachbarn in Frankreich.

Komplikationen für Pendlerinnen und Pendler befürchtet

Ein Bericht aus der Grenzregion

Aktuell brauchen Pendler keinen negativen PCR-Test

Bisher dürfen Grenzgänger aus Frankreich ohne negativen PCR-Test ins Land. Im Gegensatz zu anderen Einreisenden sind sie auch nicht verpflichtet, ihre Einreise anzumelden. Würde Frankreich zum Hochinzidenzgebiet, dann bräuchten künftig Erwachsene, aber auch schon Kinder ab sechs Jahren für die Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test. Bei einer Pressekonferenz am Mittag hatte sich dazu auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha geäußert. Demnach ist offenbar nicht vorgesehen, Pendler von der Corona-Testpflicht auszunehmen. "Wir werden Berufspendler engmaschig testen, daran arbeiten wir gerade", so der Minister.

Pendler aus Frankreich dringend gebraucht

Der Ortenauer Landrat Frank Scherer wies darauf hin, dass die Pendlerinnen und Pendler in Südbaden dringend gebraucht würden. "Wir sind auf die Pendlerinnen und Pendler aus Frankreich angewiesen", sagte Scherer mit Blick auf die Krankenhäuser. Er meinte damit vor allem den Pflegedienst, ärztlichen Dienst und die Verwaltung. "Wenn wir die nicht haben, dann haben wir ein echtes Problem - und dieses Problem ist unnötig." Laut Scherer war der Grenzverkehr bisher kein besonderer Pandemie-Treiber.

Wunsch nach Abstimmung mit Frankreich

Scherer plädierte dafür, das Grenzkontroll-Management mit Frankreich abzustimmen. Das Nachbarland hatte am Wochenende die Einreiseregeln verschärft. Dort müssen Einreisende seit Sonntag einen negativen PCR-Test vorlegen. Allerdings sind Menschen, die im Umkreis von 30 Kilometern wohnen ebenso wie Berufspendler von dieser Pflicht befreit.

Reaktion aus Kehl

Grenzpendlerinnen und Grenzpendlern am Oberrhein darf der Weg zur Arbeit nicht erschwert werden. Das fordert Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano. In einem Brief an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schreibt der Kehler Oberbürgermeister: "Wir brauchen die Pendlerinnen und Pendler in Kehl sehr dringend." Vor allem die Pflegerinnen und Ärzte, die Lehrerinnen und Erzieherinnen. 4000 Menschen aus
Frankreich würden täglich nach Kehl zur Arbeit kommen. Falls Frankreich als Hochinzidenzgebiet eingestuft würde, müssten sich die Pendler mehrmals pro Woche testen lassen. Wenn es keine Ausnahmeregelung gebe, erwartet uns ein Chaos, so Vetrano.

Mehr zum Thema

Kehl/Straßburg

Stau auf der Europabrücke Frankreich verschärft wegen Corona Kontrollen an der Grenze

Mit Staus an der Grenze zwischen Kehl und Straßburg ist aktuell wieder zu rechnen. Denn es gelten wegen der Corona-Pandemie verschärfte Einreisebedingungen.  mehr...

Freiburg

Unser Corona-Service für die Regio Corona im Dreiländereck: Aktuelle Infos für Grenzgänger

Quarantäne, Risikogebiete, Lockdown, Corona-Beschränkungen und die Folgen betreffen Anwohner, Pendler und Reisende im Grenzgebiet. Lesen Sie hier, was die Corona-Änderungen für Sie bedeuten.  mehr...

STAND
AUTOR/IN