Französische und Schweizer  Apotheken dürfen testen (Foto: SWR, France3 Alsace)

Die Nachbarn machen es vor

Corona-Tests in Apotheken: Schweizer nehmen Franzosen zum Vorbild

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Frankreich und die Schweiz reagieren mit Test aus Apotheken auf die steigenden Infektionszahlen. So werden Arztpraxen und Gesundheitszentren in der Pandemie entlastet.

Corona Schnelltests gibt es in deutschen Apotheken nicht. Ein Gesetz verhindert, dass solche Tests verkauft werden dürfen. Auch die Abstriche für die Covid-19-Tests dürfen deutsche Apotheker nicht vornehmen.

Schade findet das Friederike Habighorst-Klemm, Apothekerin in Emmendingen: "Wir sind in einer besonderen Situation und sollten die Anforderungen auf verschiedenen Schultern verteilen. Gerade wenn es um die Versorgung von vielen Menschen geht, ist die Apotheke, die Apothekerschaft, eine super qualifizierte Berufsgruppe, die gut mit ins Boot gehen sollte."

In Frankreich ist dies schon länger möglich. Französische Apotheker dürfen in der Pandemie auch Corona Schnelltests vornehmen und Kunden sogar gegen Grippe impfen. Mit den Tests in der Apotheke sind die Franzosen zum Vorbild für die Schweiz geworden.

In Zürich hat in dieser Woche ein Testlauf begonnen. Für 50 Franken testen Apotheken jetzt erstmals auch auf Corona. Ergebnisse gibt es in maximal 24 Stunden. Ein Service auch für Ausländer: "Damit Reisende, die aufgrund von Grenzüberschreitungen einen Negativtest vorweisen müssen, also im touristischen oder im Businessbereich, schnell geholfen werden kann", so Lorenz Schmid vom Apotheker-Verband Zürich.

Kurz hinter der Schweizer Grenze gab es für Reisende in Neuenburg mobile Corona Testzentren an der Autobahn. Seit diese zum 1. Oktober eingestellt wurden, bleibt nur der Weg in die Klinik oder in die Arztpraxis. Trotz steigenden Testbedarfs aber weiterhin nicht in die Apotheken.

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