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Schon der Name Bobbele klingt freundlich und niedlich, aber es gibt darüber Unstimmigkeiten. Ein Freiburger Künstler tritt schon länger als das Bobbele auf - als plötzlich Post vom Anwalt kommt.

Der Begriff Bobbele ist geschützt - das behauptet Judith Velminski. In ihrem Auftrag verschickt ein Anwalt Abmahnungen an den Künstler Jens Eberle. Denn Velminski hat sich den Begriff schützen lassen, als sie kleine Figuren kreiert hat. "Etwa 2015 ist mir aufgefallen, dass dahinter keine Figur steht, kein Bild. Alle Informationen dazu haben wir übereinander gelegt und herausgekommen ist unsere Figur", sagt Velminski.

Auch für Kleidung geschützt

Die Künstlerin hat sich "Bobbele" beim Patent- und Markenamt schützen lassen - nicht nur Figur und Schriftzug, sondern auch in vielen anderen Bereichen. Dazu zählen Öffentlichkeitsarbeit oder auch Kleidung. Das kommt einem weiteren Freiburger in die Quere: Anton Würmli. Er verkauft lokal-patriotische Mode und wollte T-Shirts mit dem Aufdruck "Bobbele" produzieren. Das hätte ihn aber 600 Euro gekostet. Er sieht eigentlich überhaupt nicht ein, dass man sich den Begriff schützen lassen kann. Jens Eberle gefällt die Ausgestaltung der Figur nicht.

"Ich stehe nicht im Nachthemd irgendwo auf einem Bein mit der Zipfelmütze. Das Bobbele ist für mich keine Person, sondern ein Gefühl."

Jens Eberle, Berufs-Bobbele

Was macht ein echtes Bobbele aus?

Bobbele darf sich - unabhängig von Patent- und Markenrecht - jeder nennen, der im St. Elisabeth-Krankenhaus in Freiburg geboren wurde. Denn abgesehen von dem geschützten Begriff ist es in Freiburg tatsächlich eher ein Gefühl.

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