Stein mit gelber Aufschrift Freie Waldorfschule Schopfheim (Foto: SWR, Matthias Zeller)

Ärger um Kündigungen an Waldorfschule in Schopfheim

Mitglieder stehen mehrheitlich hinter Vorstand

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Matthias Zeller
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Laura Könsler

Nach der Entlassung zweier Lehrer in Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen kam es an der Waldorfschule in Schopfheim (Kreis Lörrach) zum Streit. Die Mehrheit stützt den Vorstand.

Nachdem im Dezember zwei Lehrer fristlos gekündigt worden waren, verlangte eine Gruppe von Eltern Aufklärung über die Hintergründe. Mithilfe eines Anwalts wollten die Eltern Einblick in die Vorgänge nehmen und Erklärungen erzwingen.

Menschen in einer Halle mit Bühne  (Foto: SWR, Matthias Zeller )
Mitgliederversammlung im Saal der Freien Waldorfschule Schopfheim Matthias Zeller

Eltern wollten Akteneinsicht

Dies lehnte die Leitung der Waldorfschule ab. Im Januar bestätigte der Vorstand dem SWR die beiden Kündigungen, wollte jedoch mit Verweis auf das Arbeitsrecht nicht sagen, ob der Kündigungsgrund mit der Haltung der Lehrer zu den Coronaregeln zu tun gehabt hatte.

Mehrheit lehnt Anträge ab und stützt damit den Vorstand

Auf der Mitgliederversammlung der Waldorfschule Schopfheim (Kreis Lörrach) am Freitagabend stärkte nun die Mehrheit der Anwesenden dem Vereinsvorstand den Rücken. Denn die Kündigungen waren bei der Versammlung erneut ein Thema: Ein Antrag, den Vorstand in der Personalie zu weiteren Auskünften zu zwingen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Ebenso wurde ein Antrag abgelehnt, die Presse auszuschließen.

Waldorfschule Schopfheim (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Hinter diesen Mauern kam es zum Streit um die Kündigungen und die Corona-Maßnahmen Matthias Zeller

Hoffnung auf ruhigere Zeiten in Zukunft

Vorstandsmitglied Michael Musolt zeigte sich am Freitagabend nach dem Votum der rund 200 Mitglieder erleichtert und hofft nun, dass an der Waldorfschule Schopfheim wieder Ruhe einkehrt.

Porträtfoto von jungem Mann  (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Schülersprecher David Klein freut sich über das Votum der Mehrheit. Die Waldorfschule sei durch wenige öffentlich falsch wahrgenommen worden Matthias Zeller

Schule in schlechtem Licht

Schülersprecher David Klein ordnete gegenüber dem SWR die Antragsteller dem Kreis der Coronamaßnahmen-Kritiker zu. Er sieht in dem Antrag einen Vergeltungsschlag gegen die Schule, weil sie damals die Corona-Maßnahmen umgesetzt habe. Er findet, die Schule werde wegen einiger weniger falsch wahrgenommen. Er ist froh, dass nun mit dem Mehrheitsentscheid das Gegenteil bewiesen wurde.

"Es sind die Lautesten, die am meisten auffallen. Als Schule haben wir uns nun deutlich davon abgegrenzt."

Gefälschte Masken-Atteste an Schopfheimer Waldorfschule

Die Waldorfschule Schopfheim stand in Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen in der öffentlichen Kritik. Das Regierungspräsidium Freiburg hatte Ende vergangenen Jahres mitgeteilt, dass 19 von 21 Attesten, mit denen Schopfheimer Waldorfschüler von der Maskenpflicht befreit worden waren, nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprochen hatten. Anlass der Überprüfung war eine hohe Zahl von Corona-Infektionen an der Schule. Weitere Fälle gab es auch an der Waldorfschule in Freiburg.

Eine Waldorfschule in Freiburg stand ebenfalls in der Kritik um die Corona-Maßnahmen

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