Leben unter totalitärem Regime

Stadtarchiv stellt aus: Straßburg unter deutscher Nazi-Herrschaft

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Von 1940 bis 1944 hatten die Nazis Straßburg annektiert. Was das für das Alltagsleben bedeutete, zeigt die neue Ausstellung im Stadtarchiv Straßburg.

Die Ausstellung zeigt, wie stark sich das Leben der Elsässer unter den Deutschen im Dritten Reich ab 1940 verändert. In Straßburg lassen die Nazis die Statue auf dem Place Kléber abbauen. Die französische Sprache verschwindet zusehends aus dem täglichen Leben. In den Straßburger Archiven finden sich auch solche Zeugnisse: Ein Schutzanzug, der Kinder gegen Giftgase schützen sollte. Albane Eglemme, Archive Straßburg: "Nur den historischen Blickpunkt von 1940 auf die Kriegszeit zu werfen, das wäre vielleicht zu düster gewesen. Wir vermitteln deshalb auch das Persönliche, durch einen zeitgenössischen Blick."


Künstlerischer Blick auf Nazi-Propaganda und Realität

Mit offizieller Propaganda haben sich die Nazis damals an die Elsässer gewandt. Ein Künstler hat die Plakate neu interpretiert: Vorne die Botschaften der Besatzer, auf der Rückseite, seine Interpretation der damaligen Realität. Edouard Steegmann, Illustrator: "Das ist im Grunde das Prinzip meiner Arbeit. Ich konzentriere mich auf ein Detail. So wie hier auf die kleine Person am Haus, und insbesondere auf das beleuchtete Fenster. In der Interpretation, die ich dafür gezeichnet habe, geht es darum sich das Innere vorzustellen. Es gibt vielleicht ein Familienleben und jemand der spielt."

Freier Eintritt: Ausstellung über Nazi-Herrschaft in Straßburg

Die Ausstellung des Stadtarchivs Straßburg über die Nazi-Herrschaft während des 2. Weltkrieges ist kostenlos und bis Januar 2022 zu sehen.

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