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Der Mundenhof ist Heimat zahlreicher Weißstorchpaare - und die haben ordentlich Nachwuchs bekommen. Inzwischen sind die Küken alt genug für die Beringung.  

Wichtig: Zeitpunkt für Beringung

Gustav Bickel vom Verein Breisgau Weißstorch e.V. ist unter Zeitdruck. Und das schon die ganze Woche. Jetzt, nach den Pfingstferien, ist die Zeit, in der er die Weißstörche beringen muss, auch am Mundenhof in Freiburg. 25 Nester gibt es hier. Im Durchschnitt sind zwei Jungtiere darin. Er kommt nicht an alle Nester heran. Diejenigen auf den Strom- oder Sendemasten darf die Feuerwehr mit dem Hubsteiger nicht ansteuern. Das wäre zu gefährlich. 

Viele Störche bleiben dem Mundenhof treu

Gustav Bickel macht die Beringung für die Wissenschaft. Damit man weiß, wohin die Störche fliegen, wo sie fressen und welche aus dem Winterdomizil zurückkehren. Einige haben auch einen Chip. Auf einer App kann er dann die Flugrouten der Vögel genau nachvollziehen. Viele kehren alljährlich zum Mundenhof zurück, wo es dann nicht selten Gerangel um die Brutplätze gibt.. 

Jungvögel stellen sich beim Beringen tot

Manche Störche sind zu jung, um sie zu beringen, sagt Bickel. Die dünnen Füßchen tragen den Ring noch nicht. Außerdem muss Bickel aufpassen, dass keiner der Störche aus dem Nest fällt oder die schon etwas älteren Tiere wegfliegen. Dafür hat er ein Tuch und einen Stab mit Haken. Beim Beringen stellen sich die Jungvögel tot, sodass der "Storchenvater" gut arbeiten kann.

Mundenhof: Jungstörche in einem Nest werden beringt (Foto: SWR)
Mundenhof Freiburg: Jungstörche stellen sich beim Beringen tot

Die Nester können bis zu einer Tonne wiegen. Viele Störche bauen ihr Material einfach auf die alten Nester drauf. Deshalb musste auch schon mal das ein oder andere Nest abgebaut werden, damit nichts einstürzt.

Besonderer Einsatz für die Feuerwehr

An diesem Tag schafft Bickel es allein beim Mundenhof 25 Jungstörche zu beringen. Ohne die Freiwillige oder Berufliche Feuerwehr wäre das nicht möglich. In ganz Südbaden stehen sie ihm in den nächsten Tagen zur Seite. Und das in ihrer Freizeit. Aus diesem Grund muss sich Bickel nun sputen. In Müllheim wartet schon der nächste Einsatzwagen auf ihn. Ein "Rettungseinsatz“ mal der ganz anderen Art.

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