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Statt dem üblichen Besuch an der Haustür kommen die Sternsinger virtuell zu den Menschen. Die Minstranten in Schramberg haben ein Video produziert, damit niemand auf den Segen verzichten muss.

Kindergesänge von den Ministranten aus Schramberg im Kreis Rottweil gibt es von den heiligen drei Königen in diesem Jahr nur digital –sowohl die Lieder als auch Geschichten der Sternsinger haben die Jugendlichen für ein Youtube-Video aufgenommen. Sie wollen damit auch während der Pandemie Hoffnung bringen.

Die Häuser der Gläubigen sollen trotz allem den jährlichen Segen erhalten. Auch dafür haben sich die Schramberger Ministranten etwas ausgedacht, sagt die 19-jährige Oberministrantin Mirjam Wild: "Wir haben ein paar kleine Pakete vorbereitet mit gesegneter Kreide, einem Flyer der Gemeinde und einem Brief von uns." Außerdem enthalten: der Link zum Youtube-Video und Kontodaten für Spenden. Die Aktion werde überraschend gut angenommen, meint Wild. Knapp 60 Segenspakete wurden bestellt und von ehrenamtlichen Jugendlichen vorbereitet.

Überall in Südbaden müssen die Sternsinger umdenken. Raphael Wirth vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Freiburg erzählt, wie die Diözese versucht Menschen mit der Sternsingeraktion digital zu erreichen, zum Beispiel auf dem sozialen Netzwerk Instagram: "Wir probieren so, Leute erreichen, auch jüngere, die vielleicht sonst nicht klassischerweise die Tür aufmachen."

Aus Sicht von Mirijam Wild hat die kontaktlose Form des Sternsingens nicht nur Nachteile. Sonst waren sie sechs Tage am Stück unterwegs. "Wir hatten sonst Probleme, alle Bezirke mit drei Königen zu durchlaufen", so Wild.

Höhe der Spenden 2021 besonders ungewiss

Nicht nur den Segen zu den Häusern zu bringen, ist in diesem Jahr eine Herausforderung. Im vergangenen Jahr wurden bei der Sternsingeraktion bundesweit mehr als 50 Millionen Euro Spenden gesammelt. Ob die mit den digitalen Formaten zusammenkommen, ist fraglich. "Gerade in Zeiten der Pandemie ist es besonders wichtig, dass Spenden generiert werden", so Wirth. Er appelliert auch, dass sich die Menschen in diesem Jahr aktiv darum kümmern müssen, Teil der Sternsingeraktion zu sein: "Wichtig ist mir, dass die Aktion in diesem Jahr anders wird, aber dass sie nicht abgesagt wird."

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