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Blumen sind ihr Leben: Von Beruf ist Stephanie Schneider aus Appenweier nicht einfach nur Floristin, sie ist "Floral Stylist und Photographer". Sie arrangiert und fotografiert Blumen - ein sinnliches Erlebnis für sie und für die Betrachter ihrer Bilder.

Stephanie Schneiders Spielwiese ist der Dachboden über der Gärtnerei, in der sie arbeitet. Inspirationen lauern überall, aber nicht sie findet die Blumen, die Blumen finden sie: "Je älter die ist, egal ob Schnitt oder Pflanze, ist die Blume halt einfach ausdrucksstärker für mich. Also gerade auch wenn die schon fast am kaputt gehen also im Endstadium - wenn die hier unten am Kränzchen angetrocknet sind, ist die einfach kostbar für mich. Dann muss ich die fotografieren."

Zurzeit ist es der Frühling, der die Urlofferin anspringt - Narzissen: "Ich weiß auch nicht das kommt einfach von innen, das bin halt ich. Also das ist ja auch immer ein Versuch, ich plane das ja auch nicht und mache das zwei-, dreimal bis es dann hinhaut. Bei manchen Dingen, wie jetzt der Mimosentropfen den ich vor kurzem gemacht habe, da habe ich sowieso schon gedacht: das wird super! Das wird ein mega tolles Bild, weil es einfach ein bisschen was Außergewöhnliches ist. Aber jetzt bei dem bin ich auch sicher, dass es schön wird."

Für ihre Leidenschaft braucht Stephanie nicht viel, nur das sparsame Licht, das durch das Dachfenster fällt: "Ich arbeite halt total intuitiv. So richtige Pläne vorher mache ich nur wenn es ein Model-Shooting ist oder die Sache mit den Kühen." Die Kühe - eine spannende und besondere Herausforderung - ein gemeinsames Projekt mit dem Schwarzald- und Heimat-Fotografen Sebastian Wehrle, sagt Stephanie Schneider: "Ich finde wir harmonieren super miteinander. Also wir haben uns auch ein bisschen einspielen müssen und schlussendlich lässt er mir immer komplett freie Hand. Ich mach mir dann so meine Gedanken wie immer: was gibt es gerade, was reizt mich und dementsprechend gibt es dann halt eine Idee und die lege ich ihm vor, und so wirds gemacht."

"Das Blumenmädchen" aus Urloffen ist den ganzen Tag von Blumen umgeben. In ihrem eigentlichen Job als Floristin arbeitet sie aber ganz anders: "Ich würde bei der Arbeit sagen, ich bin schon sehr engagiert und ich liebe meinen Job über alles, wirklich! Aber so einen Ausgleich halt einfach, den brauche ich, etwas Eigenes, das ist einfach so."

Angefangen hat es mit einem Lilienhalsband, das sie sich geflochten hatte und mit dem eine Freundin sie fotografierte. Ihre Freunde nannten sie "Das Blumenmädchen", daraus wurde ihr Künstlername: "Ich habe immer gesagt das Blumenmädchen soll mir einfach Freude bereiten. Und natürlich ist es toll nebenbei auch damit noch Geld zu verdienen. Aber das soll nicht mein Haupterwerb sein, das möchte ich eigentlich gar nicht. Ich möchte mich da auch absolut nicht unter Druck setzen etwas zu produzieren, aber es ist halt einfach auch immer die Sucht da, was jetzt blüht auch mit anderen zu teilen."

Inzwischen hat Stephanie so viele andere Blumenverrückte über ihre Leidenschaft kennengelernt - eine richtige Blumengroup, erzählt sie uns lachend. Ihre Liebe zu den Blumen und der Fotografie bereichert ihr ganzes Leben: "Es reicht halt nicht nur Blumenliebe allein. Du musst was sehen und auch erkennen und das hat sich bei mir durch die Fotografie total entwickelt. Also ich sehe Dinge auch im Alltag die vorher überhaupt nicht wahrgenommen habe und denke, das ist jetzt toll, oh du wärst jetzt auch ein schönes Motiv."

Am liebsten kombiniert Stephanie Schneider Vergängliches mit Frischem. Es ist ihr ganz eigener Blick, jede Blume in einem besonderen Moment festzuhalten für die Ewigkeit. Ob daraus dann ein Kalenderblatt, ein Plakat oder ein Instagram-Post wird, ist ihr dabei erstmal egal: "Ich hab immer gesagt: Blumen so wie ich sie sehe, das möchte ich auch zeigen. Also die müssen raus in die Welt."

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